News - Neues aus BMU und UBA

 

 

4. Innovationskonferenz des BMU weist den Weg zu neuer Politik für Wachstum, Beschäftigung und Nachhaltigkeit
Um die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen zu können, brauchen wir innovative Konzepte für ein neues, nachhaltiges Wachstum. Das betonte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in Berlin bei der Eröffnung der Konferenz "Green Recovery - Eine neue Politik für Wachstum, Beschäftigung und Nachhaltigkeit" vor rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. In einem Strategiepapier zur wirtschaftlichen Modernisierung Deutschlands analysieren Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die ökonomisch-ökologischen Herausforderungen und entwerfen eine Strategie für neues, nachhaltiges Wachstum. Für eine derartige "green recovery" bedürfe es nicht nur den Stimulus der Konjunkturpakete, sondern einer Strategie für langfristiges kohlenstoffarmes, ressourceneffizientes und faires Wirtschaftswachstum. "Eine wirtschaftliche Umbruchsituation eröffnet die Chance für eine nachhaltige Neuordnung. Durch zukunftsorientierte Investitionen entsteht die Chance, Innovation gezielt voranzutreiben und die Prozesse und Produkte der Zukunft zu entwickeln", heißt es in dem Papier.

Um den Wandel zu gestalten und den Weg zu ressourceneffizientem, kohlenstoffarmem Wachstum zu beschreiten, plädieren Steinmeier und Gabriel für eine neue Fortschrittsidee. Denn das Wirtschafts- und Entwicklungsmodell der traditionellen Industriegesellschaften sei kein Vorbild für das 21. Jahrhundert. Die Antwort auf die aktuellen Herausforderungen könne aber auch nicht in einem Verzicht auf globale Entwicklung und Wirtschaftswachstum bestehen. "Wir müssen unser Wirtschaftsmodell neu justieren und Innovationen ins Zentrum unseres Wirtschaftens stellen", so die Autoren.

Hintergrundinformationen, das Strategiepapier sowie die Beiträge zur Konferenz unter: http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/44402.php

 


 

2. Auflage Umwelttechnologie-Atlas "Green Tech made in Germany 2.0"
Umwelttechnologien und Umweltinnovationen entwickeln sich weiter zu einem Motor für Wachstum und Beschäftigung. Dies belegt nach Ansicht des Bundesumweltministers Sigmar Gabriel der neue Umwelttechnologie-Atlas für Deutschland, den er am 07. Mai 2009 der Öffentlichkeit mit dem  Titel "Green Tech made in Germany" vorstellte. Ihm ist zu entnehmen, dass Umwelttechnologien im Jahr 2007 rund acht Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts erwirtschafteten. Bis 2020 wird sich dieser Anteil voraussichtlich auf 14 Prozent erhöhen. Weltweit verdoppelt sich der Umsatz der Umweltindustrien bis zum Jahr 2020 auf annähernd 3.200 Milliarden Euro, prognostiziert der Atlas. Die erste Auflage ging noch von 2.200 Milliarden Euro im Jahr 2020 aus. Alleine diese Kennziffer konnte innerhalb von zwei Jahren um knapp 50 Prozent nach oben korrigiert werden, und das vor dem Hintergrund einer sinkenden Weltkonjunktur.

Der Umwelttechnologie-Atlas basiert auf einer Befragung von rund 1300 Umwelttechnikunternehmen und 200 Forschungseinrichtungen in Deutschland. Im Fokus stehen sechs Leitmärkte der Zukunft: Umweltfreundliche Energieerzeugung, Energieeffizienz, Rohstoff- und Materialeffizienz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Wasserwirtschaft und nachhaltige Mobilität. Der Atlas kartografiert die Zukunftsbranche „green tech“: Er untersucht das Leistungsvermögen der Umwelttechnologie in Deutschland, in den Bundesländern und bei den wichtigsten internationalen Wettbewerbern (USA, Japan, Brasilien, Russland, Indien, China). Mit seinen Analysen, Schaubildern und Karten informiert der Atlas über wirtschaftliche Potenziale und Prognosen.

Weitere Informationen unter: http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/43956.php

 


 

Politische Handlungsoptionen für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement
Grund für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement ist das begrenzte Ressourcenangebot, der regional und global eingeschränkt belastbare Naturhaushalt sowie die normative Erwägung, Ressourcen zugunsten künftiger Generationen und unmittelbar Bedürftiger zu schonen. Das vorliegende Papier gibt einen Überblick über potenzielle Handlungsoptionen und Instrumente der Ressourcenpolitik. Der erste Teil erörtert politische Erfordernisse, Legitimationsfragen und Hemmnisse und arbeitet Leitlinien der Ressourcenpolitik heraus. Auf dieser Basis entstehen Instrumentenbündel aus modernen Regulierungsformen, vertraglichen Vereinbarungen, ökonomisch-fiskalischen Anreizen, innovationspolitischen Instrumenten und Exportförderung im Bereich Recycling. Das Arbeitspapier entstand im Projekt "Materialeffizienz & Ressourcenschonung" (MaRess).

Das Arbeitspapier zur Ressourcenpolitik sowie weitere Informationen zum Projekt „Materialeffizienz&Resourcenschonung“ sind unter http://ressourcen.wupperinst.org/de/home/index.html  abrufbar.

 


 

Bundesumweltministerium und BDI geben Startschuss für den Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU)
Globales Bevölkerungswachstum, zunehmende Mobilität und steigender Energieverbrauch stellen den Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz vor große Probleme. Innovationen "Made in Germany" helfen, Klima und Umwelt zu schützen und haben dafür gesorgt, dass Deutschland eine Vorreiterrolle bei der Bewältigung dieser globalen Herausforderungen einnimmt. Mit dem Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) wollen das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) nun innovative Technologien, Techniken, Verfahren und Prozesse sowie Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, die im Bereich Klima- und Umweltschutz neue Wege beschreiten, auszeichnen. Ziel ist es, das Engagement der Industrie zu fördern und zu würdigen, das Bewusstsein für drängende Fragen des Klima- und Umweltschutzes in der Öffentlichkeit zu stärken und die Vorreiterrolle Deutschlands in den Bereichen Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz weiter auszubauen.

Bis zum 17. Juni 2009 können sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland bewerben. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung wird als wissenschaftlicher Partner des BMU und des BDI alle eingehenden Bewerbungen nach fachlichen Kriterien bewerten. Auf Grundlage dieser Expertise wird eine Jury aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik die Gewinner des mit insgesamt 125.000 Euro dotierten Innovationspreises auswählen, die im Dezember 2009 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung prämiert werden.

Alles Weitere erfahren Sie auf der Homepage des IKU unter http://www.iku-innovationspreis.de.

 


 

Förderpreise für hocheffiziente Kälte- und Klimatechnologien verliehen
Kälte- und Klimaanlagen verbrauchen ca. 15 Prozent der Elektroendenergie in Deutschland. Die Energieeinsparpotenziale sind dabei mit bis zu 60 Prozent und durchschnittlich 35 Prozent wesentlich größer als in anderen Bereichen der Technik. Die CO2-Emissions-Vermeidungskosten können zugleich sehr niedrig sein. Das BMU hat daher im Juni 2008 eine "Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen an gewerblichen Kälteanlagen" erlassen, die Anreize zur Nutzung der gegenwärtig verfügbaren Hocheffizienz-Technologien bieten.

Um darüber hinaus auch die Entwicklung und Einführung von Technologien zu unterstützen, die Umwelt und Klima noch weitaus weniger belasten, hat das Bundesumweltministerium drei mit je 10.000 Euro dotierte Förderpreise für hocheffiziente Kälte/Klima-Technologien ausgelobt, mit denen zusätzliche Impulse für Klimaschutzmaßnahmen in der Kälte- und Klimatechnik gesetzt werden sollen.

Die Preisträger wurden am 26. März 2009 in Berlin von der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug, ausgezeichnet. In der Kategorie "Kältekomponenten und -systeme" konnte sich die Firma Wurm aus Remscheid durchsetzen, in der Kategorie "Kälte-Netzwerke und -Initiativen" gewann das Netzwerk Kälteeffizienz Hamburg, während sich die Daikin Airconditioning aus Unterhaching und die Firma Hauser aus Linz den Förderpreis "Wärme und Kälte" teilten.

Weitere Informationen zum Förderpreis, den Preisträgern und den prämierten Innovationen sind erhältlich unter:
http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/43552.php

 


 

Klimaverträgliche Mobilität - für mich. für dich. fürs klima.
Das Bundesumweltministerium hat gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) eine bundesweite Informations- und Beratungskampagne zum Klimaschutz gestartet. Unter dem Motto "für mich. für dich. fürs klima." wird in den kommenden Monaten ein Netzwerk unter Federführung des vzbv intensiv über Möglichkeiten und Chancen der Konsumenten beim Klimaschutz aufklären. "Wir wollen das riesige Potenzial privater Haushalte zur Einsparung von CO2-Emissionen besser nutzen. Klimaschutz zahlt sich aus - das soll jeder Verbraucher konkret erfahren und umsetzen können", sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.

Schwerpunkt der Aktion ist der Bereich Mobilität. Hier will die Verbraucherallianz Bürgerinnen und Bürgern helfen, Kosten zu erkennen und gezielt zu senken. So lassen sich beispielsweise durch den Kauf eines besonders sparsamen Autos, das zwei Liter weniger Sprit auf 100 km als vergleichbare Modelle verbraucht, über die Lebensdauer des Fahrzeugs bis zu 3000 Euro einsparen. Für bewusste und nachhaltige Entscheidungen beim Autokauf bedarf es jedoch exakter Informationen. Und da die Verbrauchsangaben der Händler häufig deutlich niedriger ausfallen als der tatsächliche Verbrauch, setzt sich das Netzwerk für realistische Messmethoden und eine behördliche Überprüfung der Angaben ein.

Freilich drehen sich die Aktivitäten der Verbraucherallianz keineswegs nur um den Autokauf, das Netzwerk versteht sich vielmehr als Navigationshilfe bei Verbraucherfragen rund um den Klimaschutz und will mit bundesweiten Aktionen und Informationen Verbraucher für klimaverträgliches Handeln gewinnen. Zum Beratungsangebot zählen unter anderem ein Internet-Verbraucherportal mit Tipps zum CO2 und Geld sparen sowie eine Telefonhotline, die Verbraucher über CO2 sparen im Haushalt informiert.

Das Bundesumweltministerium fördert den Aufbau der Verbraucherallianz für Klimaschutz als Projekt im Rahmen der Klimaschutzinitiative bis 2010 mit insgesamt 24,5 Millionen Euro. Neben den 16 Verbraucherzentralen der Länder gehören der Verbraucherallianz auch der Deutsche Mieterbund (DMB), der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Germanwatch, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) sowie der VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund an.

Die Webseite zur Kampagne finden Sie unter: http://www.verbraucherfuersklima.de

 


 

6. Europäisches Forum für Umweltinnovationen in Berlin - Technische Kompetenz und Innovationskraft als Antwort auf die globale Krise
Umweltpolitik und Umwelttechnik spielen in Krisenzeiten eine immer wichtigere Rolle. Bei der Eröffnung des Europäischen Forums für Umweltinnovationen sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Astrid Klug in Berlin: "Die Finanzkrise hat in kürzester Zeit auf die Wirtschaft durchgeschlagen. Länder mit hoher Exportstärke, wie Deutschland, werden empfindlich getroffen. Doch wird sich die hohe technologische Kompetenz und Innovationskraft deutscher und europäischer Umwelttechnik-Unternehmen auf einem Markt, der weltweit durch eine zunehmende Nachfrage nach umwelteffizienten Gütern gekennzeichnet ist, langfristig als Wettbewerbsvorteil erweisen."

Am Rande der Messe "Wasser Berlin" diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik aus ganz Europa am 3. und 4. April 2009 über Chancen und Herausforderungen des Umwelttechnologie-Transfers in Krisenzeiten. Astrid Klug verwies in ihrer Rede auf die dramatisch veränderten Rahmenbedingungen des Technologie-Transfers.

Die Bundesregierung hat Maßnahmen ergriffen, um Umweltinnovationen in Forschung, Wissenschaft und Unternehmen auszulösen und neue strategische Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu unterstützen. Gemeinsam mit dem Bundesforschungsministerium hat das Bundesumweltministerium den Umwelttechnologie-Masterplan auf den Weg gebracht, der das Erfahrungswissen und die Handlungsstrategien der verschiedenen Akteure zusammenführt, sie vernetzt und weiterentwickelt. Er soll Umwelttechnik als Leitmarkt stützen und forcieren.

Das Europäische Forum für Umweltinnovationen wurde 2006 von der Europäischen Kommission auf Basis des Aktionsplans für Umwelttechnologien (Environmental Technologies Action Plan - ETAP) als Stakeholder-Forum eingerichtet.

Weitere Informationen zum Europäischen Forum für Umweltinnovationen sind unter http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/43659.php abrufbar.

 


 

Umwelt und Gerechtigkeit als zentrale Herausforderung zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Verkehrslärm, Autoabgase und Industrieemissionen schädigen nicht nur unser Klima und die Natur, sondern auch die Lebensqualität und Gesundheit der Menschen. Die Umweltqualität ist sehr unterschiedlich, je nachdem ob man in der Nähe von Straßen oder Industriegebieten, Grünflächen oder Parks wohnt. Zum Beispiel leiden Menschen, die an stark befahrenen Straßen leben, häufiger unter Lärmschäden als andere. Nicht jeder kann sich ein Häuschen in guten Wohnvierteln leisten, nicht immer sind die von den Belastungen Betroffenen auch die Verursacher des Problems. Umweltschutz ist auch eine soziale Frage. Auch Maßnahmen zum Klimaschutz haben immer eine soziale Dimension. Nicht sanierte Gebäude verbrauchen oft nicht nur viel Energie, durch Schimmelbildung und andere Einflüsse leidet dort auch die Gesundheit der Bewohner. Bei energetischen Sanierungen sinkt nicht nur der Energieverbrauch, sondern die Menschen, die in den Gebäuden leben, gewinnen an Lebensqualität.

Auf dem Kongress Umweltgerechtigkeit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Frankfurt am Main wandte sich Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, dagegen, ökologische Fragen als rein technische Herausforderung zu betrachten. "Ein Weiter so wie bisher, orientiert an einer kurzfristigen Betrachtung, führt nicht in eine gute Zukunft. Wir müssen die langfristige Perspektive in den Blick nehmen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen schaffen, die Umweltinnovationen und nachhaltiges Wirtschaften fördern", so Müller.
Angesichts des Zusammentreffens von Hunger, knappen Ressourcen, Klimawandel und Finanzkrise einer in der modernen Wirtschaftsgeschichte beispiellosen Zuspitzung unterschiedlicher globaler Problemlagen sei die westliche Gesellschaft in einem bisher nicht bekannten Ausmaß gefordert.
Müller: "Es ist unerlässlich, dass sich Umweltpolitik systematisch sozialpolitischer Fragestellungen widmet und sich damit befasst, wie sich unterlassene Umweltschutzmaßnahmen auf die Gesellschaft auswirken". Er fordert die umweltpolitischen Akteure auf, dazu den Dialog mit den anderen gesellschaftlichen Gruppen zu suchen.

Weitere Informationen zum Kongress Umweltgerechtigkeit: http://www.duh.de/umweltgerechtigkeit.html

 


 

Umweltschutz wird als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger - erster Umweltwirtschaftsbericht vorgelegt
Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt haben am 16. Januar 2009 den ersten Umweltwirtschaftsbericht veröffentlicht. Die gemeinsame Publikation zeigt die enge Verknüpfung zwischen Ökologie und Ökonomie und die neue Rolle der Umweltpolitik. "Der Umweltwirtschaftsbericht hilft, die Diskussionen um das Verhältnis von Umwelt und Wirtschaft zu versachlichen. Angesichts der doppelten Herausforderung durch Wirtschafts- und Klimakrise brauchen wir gerade jetzt solide und klare Entscheidungsgrundlagen für eine ökologische Industriepolitik", so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.

Umweltschutz wird als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger. Mehr als 5 Prozent der Industriegüterproduktion in Deutschland entfielen 2007 auf Umweltschutzgüter. Deutschland ist beim Handel mit Umweltschutzgütern Weltspitze. Das schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder: Die Umweltjobs boomen. Fast 1,8 Millionen Menschen finden in Deutschland hier Brot und Arbeit, mit weiter steigender Tendenz.
Der Bericht belegt, dass sich Umweltschutz auszahlt - gerade auch angesichts langfristig steigender Energie- und Rohstoffpreise sowie der großen Bedeutung der Energie- und Materialkosten im verarbeitenden Gewerbe. Umweltschutzanforderungen machen Unternehmen innovativer und damit fit für die Zukunft. Und Umweltschutz ist volkswirtschaftlich eine lohnende Investition. Denn er verringert Umweltschäden, deren Kosten die Gesellschaft ansonsten zu tragen hätte. So erreichen beispielsweise die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz vermiedenen Umweltschäden bereits heute die gleiche Größenordnung wie die durch die Umsetzung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes bedingten Investitionskosten für die Volkswirtschaft. In rund zehn Jahren wird der Nutzen doppelt so groß sein wie die Zusatzkosten.

In den Märkten der Zukunft eröffnen sich für innovative Unternehmen gewaltige Chancen. Umweltpolitik ist heute auch Innovationspolitik, Investitionspolitik, Beschäftigungspolitik und vorausschauende Standortpolitik. "Umwelt und Wirtschaft sind kein Gegensatz - wer auf Dauer wirtschaftlich erfolgreich sein will, muss sich frühzeitig auf neue Herausforderungen wie den Klimaschutz und knapper werdende natürliche Ressourcen einstellen. Die Umweltpolitik muss diesen Prozess beschleunigen, indem sie Umweltinnovationen fördert und Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten umweltfreundlicher Produkte und Techniken beseitigt", so der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge.

Der erste Umweltwirtschaftsbericht ist abrufbar unter: http://www.bmu.de/wirtschaft_und_umwelt/downloads/doc/42923.php

 


 

Masterplan Umwelttechnologien - Bundesregierung will Leitmärkte für Umwelttechnologien erschließen
Auf Initiative des Bundesforschungs- und des Bundesumweltministeriums hat die Bundesregierung im November 2008 den "Masterplan Umwelttechnologien" verabschiedet. Er sieht vor, in engem Dialog mit den betroffenen Unternehmen, die Instrumente der Umwelt- und Innovationspolitik noch stärker als bisher zu verzahnen, um das große ökonomische Potenzial der Umwelttechniken gezielt für die deutsche Wirtschaft zu erschließen. Mit einem Welthandelsanteil von 16 Prozent bei den Umweltschutzgütern verfügen deutsche Unternehmen schon heute über eine Spitzenposition auf dem Weltmarkt. Bis zum Jahr 2020 könnte sich das globale Marktvolumen für Umweltschutztechnik noch einmal mehr als verdoppeln. Mit dem Masterplan will die Bundesregierung Unternehmen ganz konkret dabei unterstützen, diese Zukunftsmärkte zu erschließen. Im Mittelpunkt werden zunächst die Bereiche Wasser, Rohstoffe und Klimaschutz stehen, später sollen weitere Teilmärkte einbezogen werden. Kernelemente des Masterplans sind die Forschungsförderung, der Transfer und die Verbreitung der Anwendung neuer Technologien, Verbesserungen in den Bereichen Bildung und Ausbildung sowie die Unterstützung des innovativen Mittelstands vor allem im Bereich der internationalen Kooperation.

Unter http://www.bmu.de/wirtschaft_und_umwelt/downloads/doc/42558.php steht der Masterplan Umwelttechnologien zum Herunterladen bereit.

 


 

Dritte Konferenz des Netzwerks Ressourceneffizienz
Zum mittlerweile dritten Mal hat sich das "Netzwerk Ressourceneffizienz" am 29. Januar 2009 in Berlin getroffen. Der Schwerpunkt der Konferenz lag diesmal auf dem Thema "Erfolgreiche Netzwerke". Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller, stellte zu Beginn der Konferenz die neuen Entwicklungen sowie die aktuellen Aktivitäten des Netzwerks vor. Good Practice-Beispiele, wichtige Aktivitäten des "Netzwerk Ressourceneffizienz" und die Erfahrungen aus der täglichen Netzwerkarbeit waren anschließend Thema der Vorträge und einer intensiven Diskussion. Die Dialogprozesse zwischen den Netzwerkmitgliedern standen zudem im Zentrum. Das Thema Qualifizierung bildete den Mittelpunkt der ersten Dialogrunde. In der zweiten Dialogrunde wurde auf der Basis der Innovations-Radar-Idee der vorhergehenden Netzwerkkonferenz die vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und Bundesumweltministerium geplante Umsetzung in Form einer Innovationsplattform im Rahmen eines Kompetenzzentrums für Ressourceneffizienztechnologien diskutiert. In einer gemeinsamen Abschlussrunde wurden die Ergebnisse aus den Dialogrunden vorgestellt. Abschließend fasste Dr. Ulf Jaeckel, Referatsleiter im Bundesumweltministerium, die Diskussionen des Tages zusammen. Dr. Kora Kristof, wissenschaftliche Leiterin im Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie GmbH, gab einen Ausblick auf die nächsten Schritte der Netzwerkarbeit. Die nächste Konferenz findet am 26. Juni 2009 in Berlin statt.

Weitere Informationen zum Netzwerk Ressourceneffizienz unter http://www.netzwerk-ressourceneffizienz.de/de/home.

 


 

Der Blaue Engel aktiv im Klimaschutz
Der Blaue Engel setzt künftig stärker auf den Klimaschutz: Mit Beginn des kommenden Jahres wird das älteste und bekannteste Umweltzeichen der Welt verstärkt besonders energiesparende und klimafreundliche Waren und Dienstleistungen kennzeichnen und den Verbraucherinnen und Verbrauchern damit eine bessere Orientierung beim Kauf liefern. Zunächst soll es das neue Zeichen für zehn besonders verbrauchernahe Produktgruppen mit hoher Klimarelevanz, wie Kühlschränke und Waschmaschinen sowie Fernsehgeräte und Espressomaschinen, geben. Das Öko-Institut e.V. erarbeitet hierzu die Vergabekriterien.

Im Laufe der kommenden drei Jahre sollen dann bis zu 90 weitere wichtige Produktgruppen hinzukommen. Damit die Verbraucherinnen und Verbraucher die besten Produkte hinsichtlich des Klimaschutzes noch leichter erkennen können, wird dies auch im Logo des Blauen Engel kenntlich gemacht. Top-Runner - also besonders effiziente Spitzengeräte - sind in vielen Produktgruppen bereits heute auf dem Markt verfügbar. Hersteller und Händler bewerben sie jedoch oft nicht angemessen, und Verbraucherinnen und Verbraucher fragen diese Produkte nur unzureichend nach. Mit der Lenkung der Nachfrage hin zu effizienten Geräten lässt sich Energie einsparen und damit die Freisetzung klimaschädlicher Gase vermindern. Das neue Klimaschutzzeichen zeigt den Verbraucherinnen und Verbrauchern, welche Produkte besonders energiesparend und klimafreundlich sind.

Zur Jubiläumsveranstaltung des Blauen Engel in Berlin lud das Bundesumweltministerium alle Partner des Umweltzeichens aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ein, die an der Jubiläumskampagne aktiv teilnahmen. Die Tour des Blauer Engel-Aktionsbusses von Mai bis Mitte September unterstützten alle Bundesländer. Zudem beteiligten sich etwa 50 Handels- und Industrieunternehmen sowie Umwelt- und Verbraucherverbände an der Kampagne.

Mehr Informationen rund um das neue Klimaschutzzeichen liefert das Informationspapier "Umweltzeichen und Klimaschutz - Perspektiven für den Blauen Engel", das im Internet unter http://www.bmu.de/produkte_und_umwelt/doc/42590.php und
http://www.blauer-engel.de/de/blauer_engel/presse/meldungen.php?we_objectID=186
in einer Kurz- und einer Langfassung zum Download bereit steht.

Mehr zum Blauen Engel unter http://www.blauer-engel.de.

 


 

Umweltbewusstsein der Deutschen auf hohem Niveau
Das Umweltbewusstsein der Deutschen bleibt auf einem hohen Niveau: Für 91 Prozent der Bevölkerung ist der Umweltschutz wichtig. Das ist das Ergebnis einer im Auftrag von Bundesumweltministerium (BMU) und Umweltbundesamt (UBA) durchgeführten neuen Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland. Die Studie zeigt auch, dass das Problembewusstsein für die Risiken und Folgen des Klimawandels sehr hoch ist. Weit über 80 Prozent der Befragten befürchten, dass auf Deutschland hohe Kosten für die Beseitigung von Schäden oder zum Schutz vor den Folgen des Klimawandels zukommen. Gleichzeitig ist der Anteil der Menschen, die die Klimafolgen in Deutschland als beherrschbar einstufen, von 39 Prozent im Jahr 2006 auf 54 Prozent gestiegen. Die Studie zeigte überdies, dass etwa 80 Prozent aller Deutschen den Blauen Engel kennen. Die Voraussetzungen für dessen erfolgreiche Nutzung als Klimazeichen sind also gegeben.

Viel Zuversicht und Vertrauen wird der technischen Innovation als Problemlösung entgegengebracht. Knapp drei Viertel der Befragten erwarten, dass sich künftig durch eine konsequente Umweltschutzpolitik die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft verbessert. Allerdings: Die Menschen schieben dabei ihre eigene Verantwortung nicht einfach weg. Die Aussage, dass wir unsere Gewohnheiten im Alltag ändern müssen, findet ebenfalls eine sehr hohe Zustimmung. In der Bevölkerung ist auch ein hohes Bewusstsein für die Bedeutung der biologischen Vielfalt vorhanden. Der Erhalt natürlicher Lebensräume ist aus Sicht von über 90 Prozent der Befragten nicht nur für die Natur, sondern auch für den Menschen lebenswichtig. Generationengerechtigkeit gilt als das beste Argument für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Aber auch die Bedeutung natürlicher Lebensräume für die Erholung und damit für die Gesundheitsvorsorge spielt eine wichtige Rolle. Die Befragten sehen insgesamt einen engen Zusammenhang zwischen Umweltschutz und Gesundheit.

Die Studie Umweltbewusstsein in Deutschland 2008 verwendet erstmals die Milieumodelle des Sinus-Instituts. Mit deren Hilfe lassen sich Erkenntnisse gewinnen, die zur zielgruppenspezifischen Verbesserung der Umweltkommunikation beitragen können.

Die vom SINUS-Institut und ECOLOG-Institut erarbeitete Studie steht zum Herunterladen bereit unter: http://www.umweltbundesamt.de/umweltbewusstsein

 


 

Städte im Wettbewerb um höchste Recyclingpapier-Einsatzquoten
Im September hat die Initiative Pro Recyclingpapier den ersten Papieratlas für Deutschland veröffentlicht, der erstmals die Daten zum Papierverbrauch der deutschen Städte über 100.000 Einwohner darstellt und zugleich die erreichten Einsatzquoten von Recyclingpapier dokumentiert. Kooperationspartner sind das BMU und der Deutsche Städtetag. Medienpartner sind Business Partner PBS sowie C.ebra Zeitschrift für effiziente Beschaffung rund um Büro und Arbeitsplatz. Der Papieratlas stellt je Stadt die mittels Einsatz von Recyclingpapier erzielten Einspareffekte bei Wasser- und Energieverbrauch sowie Kohlendioxidemissionen anschaulich dar. 65 von 81 Großstädten haben sich am Wettbewerb beteiligt, was einem Anteil von über 80 Prozent entspricht. Die hohe Beteiligung zeigt das große Interesse der Kommunen, den konkreten Nutzen einer nachhaltigen Beschaffung mit einem praktischen Instrument öffentlich darzustellen.

Die 65 Städte, die an der Erhebung teilnahmen, verbrauchen 2.414.482.123 Blatt (= 12.072,4 Tonnen) Papier. Davon sind 1.710.243.755 Blatt (= 8.551,2 Tonnen) Recyclingpapier mit dem Blauen Engel. Das entspricht einem erfreulichen Anteil von über 70 Prozent im Durchschnitt. 33 Städte gaben an, den Einsatz von Recyclingpapier in der Verwaltung in Zukunft zu erhöhen, 29 Städte wollen die Quote für Recyclingpapier konstant halten und lediglich 3 Städte werden in Zukunft weniger Recyclingpapier einsetzen. Voraussetzung für den bereits erreichten hohen Verbreitungsgrad ist der qualitative Sprung, den Recyclingpapier in den letzten 30 Jahren vollzogen hat. Intensive Forschung und technologische Innovationen auf dem Sektor der Altpapieraufbereitung und der Papierherstellung ermöglichen heute die Produktion von Hightech-Recyclingpapier, das hochwertige Qualität und anspruchsvolle Ästhetik mit höchsten Umweltstandards vereint.

Die Gewinnerstadt Aachen erhielt den diesjährigen Award "Recyclingpapierfreundlichste Stadt Deutschlands" und den Preis von einer Tonne Recyclingpapier. Den zweiten Platz belegen gemeinsam die Städte Essen und Oldenburg. Ziel ist es, den Papieratlas jährlich herauszugeben, um die Entwicklung der öffentlichen Papierbeschaffung kontinuierlich zu verfolgen.

Weitere Informationen unter: http://www.papieratlas.de

 


 

McKinsey-Studie zeigt: Investitionen der Öffentlichen Hand haben enormes Potenzial für den Klimaschutz
Bund, Länder und Kommunen verfügen mit jährlichen Ausgaben für die Beschaffung in Höhe von insgesamt rund 260 Milliarden Euro über ein enormes Marktpotenzial. Davon haben über 50 Milliarden Euro unmittelbare Relevanz für "grüne" Zukunftsmärkte. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey & Company Inc. hervor. Das BMU hatte McKinsey beauftragt, eine Studie zur "Potenzialermittlung des Beitrags öffentlicher Beschaffung zu Ökologischer Industriepolitik und Klimaschutz" zu erarbeiten. Die öffentliche Hand investiert pro Jahr rund 51 Milliarden Euro in umweltorientierte Zukunftsmärkte. Die größten Einzelposten sind Verkehrswege, Gebäudeneubau und -renovierung sowie Energiebeschaffung. Davon entfallen mit 32 Milliarden Euro rund 60 Prozent auf die Kommunen, auf die Länder 6 Milliarden und den Bund 13 Milliarden Euro.

In zahlreichen Bereichen ist die öffentliche Hand ein wichtiger Nachfrager und potenzieller Innovationstreiber. So entfallenen auf Bund, Länder und Kommunen 41 Prozent aller Investitionen im Bereich der Ver- und Entsorgung (Wasser, Abwasser, Abfall). Auch im Segment Informationstechnik und Elektrogeräte und bei Gebäudeneubau und -renovierung ist der Anteil mit zehn beziehungsweise sechs Prozent noch signifikant. Wenn bei der Beschaffung Umweltkriterien noch stärker berücksichtigt würden, wäre das im Sinne einer Ökologischen Industriepolitik ein wichtiger Innovationsmotor. In vielen Fällen lassen sich Kosteneinspar- und Umweltentlastungspotenziale mit vertretbarem Aufwand erschließen. Zum Beispiel ergeben sich über den Lebenszyklus gerechnet beim Einsatz von Hybridbussen Einsparungen in Höhe von etwa 120.000 Euro pro Bus (Treibstoffeinsparung 150.000 Euro, Mehrausgaben bei Anschaffung größerer Stückzahlen 30.000 Euro).

"Vor dem Hintergrund der McKinsey-Studie wollen wir schnellstmöglich in einem Dialog mit Ländern und Kommunen sowie auf der Bundesebene darüber beraten, wie die vorgeschlagenen Maßnahmen gemeinsam umsetzbar sind. Wir brauchen einen Beschaffungs- und Investitionspakt, in dem Kommunen, Länder und der Bund ihre Kräfte bündeln und gemeinsam vorangehen. Aus meiner Sicht ist es sinnvoll, zumindest einen Teil des öffentlichen Beschaffungsbudgets, beispielsweise 25 Prozent, auf allen Verwaltungsebenen verpflichtend an die Einbeziehung anspruchsvoller Umwelt- und Sozialkriterien zu binden. In diesem Sinne haben sich auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen und der Rat für Nachhaltige Entwicklung geäußert", sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in der Bundespressekonferenz bei der Vorstellung der Studie.

Weitere Informationen und links zur Studie und einem Hintergrundpapier finden Sie unter: http://www.bmu.de/produkte_und_umwelt/umweltfreundliche_beschaffung/mckinsey-studie/doc/42679.php

 


 

KonsumGlobal - Die Stadtführung zum Thema nachhaltiger Konsum & Globalisierung
"Dein T-Shirt kommt aus Pakistan und ist trotzdem billiger als eine Fahrkarte in die nächste Stadt?", "Was hat Dein Hamburger mit dem Regenwald zu tun?", diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der Stadtführungen von KonsumGlobal. Dies ist ein von BMU und UBA gefördertes, bundesweites Projekt der BUNDjugend und des Jugendumweltnetzwerks Niedersachsen JANUN. Jeans & Turnschuhe, Kaffee & Hamburger, Handys & Papier - die Globalisierung ist allgegenwärtig und viele dieser Produkte haben in ihrer Entstehung bereits mehr Länder dieser Welt bereist als die meisten von uns. Bei den etwas anderen Stadtführungen wird anhand von Produkten, die Jugendliche konsumieren, Globalisierung und Konsum genau unter die Lupe genommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren, wie ihr Einkaufsverhalten mit umweltrelevanten und sozialen Missständen in anderen Teilen der Welt zusammenhängt und wie sie mittels bewussten Konsums Veränderungen erwirken können.

Die Führungen sind für Jugendliche im Alter von 14-20 Jahren konzipiert. Es geht quer durch die Innenstadt und 4-6 Stationen dienen der Information mittels interaktiver Methodik und als Grundlage zur Diskussion. Vor Ort aktive Jugendliche des Projektes vermitteln als Stadtführende anschaulich, was es mit nachhaltigem Konsum auf sich hat. Die Führungen dauern in der Regel 90 Minuten und eignen sich für Schulklassen ebenso wie für andere Jugendgruppen. Das Stadtführungsprojekt erhielt bereits mehrfach Auszeichnungen, zum Beispiel jüngst zum zweiten Mal die Anerkennung als offizielles Projekt der Dekade der Vereinten Nationen (UN) "Bildung für nachhaltige Entwicklung", nun für den Zeitraum 2009/2010.

Eine Übersicht über die Städte in welcher die BUNDjugend und JANUN die Führungen anbieten - mit den jeweiligen Kontakten vor Ort - findet sich auf der Internetseite des Projektes. Doch auch wenn es in der eigenen Stadt keine KonsumGlobal-Stadtführung gibt, lassen sich die Spuren ganz alltäglicher Verbrauchsgüter auf ihrem Weg in die Geschäfte um die Ecke online verfolgen und einzelne Stationen wie Papier, Fleisch oder Elektronik bequem am Bildschirm anschauen. Außerdem bietet die Webseite viele weitere Tipps, Links zu Alternativen, Informationsmaterialien zum Herunterladen und Informationen darüber, wie man selbst aktiv werden kann. Übrigens sind immer weitere aktive Jugendliche gesucht: Jede und Jeder kann in seiner eigenen Stadt eine Gruppe gründen und ist herzlich eingeladen, mitzumachen!

Mehr Informationen sind zu finden unter: http://www.konsum-global.de, Projektkoordination: Jochen Dallmer, E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., Tel.: 0511/394 5453, Presse- & Öffentlichkeitsarbeit: Boris Demrovski, E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

 


 

Autoklimaanlagen mit Kohlendioxid sind klimafreundlich und effizient
Klima schützen mit Kohlendioxid - klingt paradox? Auf den ersten Blick scheint es widersprüchlich, mit einem Treibhausgas das Klima schützen zu wollen. Aber das ist es nicht, wenn es um Kältemittel in Autoklimaanlagen geht. Dort bietet Kohlendioxid (CO2) eine klimafreundliche Alternative zum bislang eingesetzten Kältemittel Tetrafluorethan (Kältemittelbezeichnung R134a). CO2 schädigt das Klima bis zu 1300 Mal weniger als das teilfluorierte Treibhausgas. Auf der 62. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Nutzfahrzeuge 2008 stellte das UBA einen mit einer CO2-Klimaanlage nachgerüsteten Volkswagen (VW) Touran vor. Dies ist der erste öffentlich genutzte Personenkraftwagen (Pkw) mit einer CO2-Klimaanlage weltweit. "Einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist die zentrale Herausforderung für die Automobilindustrie in den nächsten Jahren. Die CO2-Klimaanlage ist ein Baustein für weniger klimabelastende Fahrzeuge. Sie ist serienreif und ein herausragendes Beispiel für Klimaschutz durch technische Innovation", sagte UBA-Vizepräsident Dr. Thomas Holzmann.

Autoklimaanlagen sind bisher echte Klimasünder. Pro Kilometer verursacht ein Auto mit Klimaanlage bei mittlerer Fahrleistung - allein durch die Freisetzung von Tetrafluorethan - eine zusätzliche Emission von umgerechnet sieben Gramm CO2. Daher beschloss die EU mit der Richtlinie 2006/40/EG, dass nur noch Kältemittel mit geringem Treibhauspotenzial in Autoklimaanlagen verwendet werden dürfen. Das bisher eingesetzte Tetrafluorethan ist in der EU als Kältemittel in Pkw-Klimaanlagen für neu zugelassene Fahrzeugtypen ab 2011 verboten. Ab 2017 gilt das Verbot für alle neuen Pkw. Bei der Suche nach Alternativen zeigte CO2 (Kältemittelbezeichnung R744) klare Vorteile: Es hat eine hohe Kälteleistung, ist nicht brennbar und sofort weltweit kostengünstig verfügbar. Obwohl der Termin der Umstellung immer näher rückt, zögern die Automobilhersteller mit der Entscheidung, das umweltfreundliche CO2 für Autoklimaanlagen einzusetzen.

Messungen an dem umgerüsteten VW Touran zeigen: Die CO2-Klimaanlage kühlt sehr gut und die Anlage arbeitet energieeffizient - in normalen europäischen Sommern ist der Energieverbrauch der CO2-Klimaanlage sogar geringer als der einer R134a-Serienklimaanlage. Messungen des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) bestätigen dieses Ergebnis. Kältemittelemissionen im Umfang von weltweit mindestens 270 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr ließen sich durch den weltweiten Einsatz von CO2 in Pkw-Klimaanlagen zukünftig verhindern. Das entspricht der Menge an CO2, die 150 Millionen Kleinwagen bei einer Fahrleistung von 15.000 Kilometer pro Jahr emittieren.

Ein Faltblatt "Natürliche Kältemittel - CO2-Klimaanlage im Praxistest" enthält weitere Informationen und ist im Internet unter http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdfl/3639.pdf verfügbar.

Weitere Informationen zum Thema "Klimafreundliche Alternative: Autoklimaanlagen mit CO2" finden Sie unter http://www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/index.htm

Die EU-Richtlinie 2006/40/EG über Emissionen fluorierter Treibhausgase aus Automobilklimaanlagen finden Sie im Internet unter: http://www.umweltbundesamt.de/produkte/fckw/index.htm

 


 

Sammlung energieeffizienter Beleuchtungstechniken
Der Stromverbrauch für die Beleuchtung von Straßen und Plätzen in Deutschland, der mit einem Kohlendioxidausstoß von über zwei Millionen Tonnen pro Jahr verbunden ist, ließe sich mit der heute verfügbaren Technik halbieren. Kommunen können außerdem viel Geld sparen. BMU, UBA und die KfW-Bankengruppe haben den Bundeswettbewerb "Energieeffiziente Stadtbeleuchtung" am 19. Juni 2008 mit dem Technikwettbewerb gestartet. Dieser richtete sich an Anbieter moderner Beleuchtungstechnik.

Im Ergebnis liegt nun eine Zusammenstellung vor, die einen umfassenden Einblick in moderne, auf dem Markt verfügbare energieeffiziente Techniken für die Stadtbeleuchtung gibt. Damit wird jedoch ausdrücklich kein Anspruch auf eine vollständige Marktübersicht erhoben. Die dargestellten Beleuchtungssysteme und einzelnen Komponenten zeichnen sich nicht nur durch eine hohe Energieeffizienz aus. Außerdem haben sie niedrige Betriebskosten und damit eine hohe Wirtschaftlichkeit sowie eine hohe Qualität hinsichtlich ihrer Lebensdauer und erforderlicher Wartungsintervalle.

Der am 27. Oktober 2008 beginnende Kommunenwettbewerb ruft Städte und Gemeinden auf, innovative Konzepte zur Erneuerung ihrer Stadtbeleuchtung bis Ende Februar 2009 vorzulegen. Die Kommunen mit den besten Konzepten erhalten eine Auszeichnung und für die Umsetzung eine Investitionsförderung aus dem Umweltinnovationsprogramm des BMU. Doch nicht nur die Gewinner, sondern alle Teilnehmer des Kommunenwettbewerbs können profitieren, denn eine Modernisierung der Stadtbeleuchtung zahlt sich aus - für den Haushalt der Kommune und für die Umwelt.

Die Techniksammlung ist veröffentlicht unter http://www.umweltbundesamt.de. Die Berliner Energieagentur (BEA) begleitet den gesamten Bundeswettbewerb sowie den am 27. Oktober 2008 beginnenden Kommunenwettbewerb. Mehr Informationen unter http://www.bundeswettbewerb-stadtbeleuchtung.de.

Bewerbungsschluss für den Kommunenwettbewerb ist der 27. Februar 2009. Bewerbungen an: Frau Sabine Piller, Tel.: 030/2933 3056; E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it." target="_blank">This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

 


 

Nachhaltige Beschaffung in den Kirchen
Im Herbst 2007 startete das Projekt "Zukunft einkaufen - glaubwürdig wirtschaften in Kirchen", initiiert von den Umweltbeauftragten der Evangelischen und der Katholischen Kirche in Deutschland. Das ökumenische Projekt zur nachhaltigen Beschaffung läuft bis zum Sommer 2010 und soll einen wichtigen Beitrag für die Umsetzung eines nachhaltigen Wirtschaftens und Handelns in den Kirchen leisten sowie das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in Kirche und Gesellschaft fördern.

Beide Kirchen bekennen sich aus ethisch-religiösen Gründen zur Nachhaltigkeit als alternativloses Leitbild einer gerechten und umweltverträglichen Entwicklung. Sie sind sich ihrer Marktmacht und der damit verbundenen Verantwortung bewusst. Mit ihrem Konsumverhalten können sie etwa beeinflussen, ob Kohlekraftwerke entstehen oder Windräder, ob Wälder abgeholzt oder erhalten werden, ob Produzenten einen fairen Preis für ihren Tee erhalten oder nicht.

Die kirchlichen, diakonischen und karitativen Einrichtungen beschaffen regelmäßig Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Energie, Büro, Transport und Verkehr sowie technische Gebäudeausrüstung. Das Projekt soll das große Nachfragepotential der Kirchen dauerhaft im Sinne einer sozial- und umweltverträglichen Entwicklung verändern und somit auch die katholische und evangelische Kirche in ihrer Verantwortung (Corporate Social Responsibility - CSR) stärken.

Da sich die Kirchen zunehmend im Bereich des Klimaschutzes engagieren und positionieren, steht der Beitrag von Beschaffung zum Klimaschutz im Mittelpunkt des Projektes. Seit Januar 2008 nimmt das Projekt im ökumenischen Verbund das Einkaufsverhalten der Kirchen unter die Lupe. In verschiedenen Testregionen, zum Beispiel dem katholischen Dekanat Hamm-Nord im Bistum Münster (Beschaffungsvolumen etwa 750.000 EUR pro Jahr) oder dem evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen (Beschaffungsvolumen etwa 2.300.000 EUR pro Jahr) hat bereits die Evaluierung der Beschaffung begonnen. Verdienstvolle Einrichtungen sollen ein Qualitätssiegel für eine besonders gute Beschaffungspraxis erhalten. Nach der Bewertungsphase soll eine Reorganisation der Beschaffung mit Blick auf Umwelt- und soziale Kriterien erfolgen.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt. Das UBA steht beratend zur Seite und unterstützt das Projektteam vor allem bei der Bewertung der Umweltfreundlichkeit der Beschaffungspraxis von Einrichtungen.

Weitere Information zum Projekt finden Sie im Internet unter http://www.zukunft-einkaufen.de.

 


 

Klimafreundlich Kühlen im Supermarkt
Supermarkt-Kälteanlagen mit natürlichen, halogenfreien Kältemitteln haben die günstigste Klimabilanz aller heute verfügbaren Anlagentechniken. Das ist ein Ergebnis des Forschungsprojektes "Vergleichende Bewertung der Klimarelevanz von Kälteanlagen und -geräten für den Supermarkt". Bereits heute sind zahlreiche innovative und energieeffiziente Kälteanlagen mit natürlichen Kältemitteln auf dem Markt. Derzeit sind die Kosten für den Einsatz natürlicher Kältemittel teilweise noch höher als beim Einsatz teilfluorierter Kohlenwasserstoffe (HFKW). Mit der zunehmenden Serienfertigung werden die Anlagenkosten in naher Zukunft aber deutlich sinken. "Für einen wirksamen Klimaschutz brauchen wir den flächendeckenden Einsatz natürlicher Kältemittel in Supermärkten. Kohlendioxid als Kältemittel kann hier gute Dienste leisten, da es 3.300 Mal weniger klimaschädlich ist als das herkömmliche Kältemittel R 404A", sagte Jutta Penning, Leiterin des Fachbereichs III im UBA anlässlich der Präsentation der Projektergebnisse.

Konventionelle Kälteanlagen und -geräte für Supermarktanwendungen enthalten HFKW als Kältemittel. Wenn diese synthetischen, halogenierten Stoffe entweichen, kommt ihre klimaschädliche Wirkung zum Tragen. Im Jahr 2006 emittierten allein aus dem Bereich der Gewerbekälte 3,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente HFKW in die Atmosphäre, das entspricht fast 35 Prozent der Gesamtemissionen an HFKW für Deutschland. Der Abschlussbericht zum Forschungsprojekt gibt einen umfassenden Überblick über die in Deutschland und Europa für die Kälteerzeugung in Supermärkten angebotenen Anlagen mit natürlichen, halogenfreien Kältemitteln. Deren Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit sind denen konventioneller Anlagen mit synthetischen, halogenhaltigen Kältemitteln gegenübergestellt.

Eine umweltfreundliche Kälteerzeugung in Supermärkten gewinnt angesichts des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Um Mehrkosten aufzufangen und die Markteinführung klimafreundlicher Kälteanlagen mit natürlichen Kältemitteln zu fördern, hat das BMU das Klimaschutz-Impulsprogramm für gewerbliche Kälteanlagen aufgelegt. Das Impulsprogramm fördert bei Altanlagen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz mit 15 Prozent der Nettoinvestitionskosten. Werden in Altanlagen halogenhaltige durch natürliche Kältemittel ersetzt, liegt die Fördersumme sogar bei 25 Prozent. Die Förderung neuer gewerblicher Kälteanlagen - ebenfalls mit einem Fördersatz von 25 Prozent der Nettoinvestitionskosten - ist an den Einsatz innovativer und energieeffizienter Technik und die Verwendung natürlicher Kältemittel gekoppelt.

Der Abschlussbericht des Forschungsprojektes "Vergleichende Bewertung der Klimarelevanz von Kälteanlagen und -geräten für den Supermarkt" ist verfügbar unter http://www.umweltbundesamt.de/produkte/fckw/massnahmen.htm.

Nähere Informationen zum Klimaschutz-Impulsprogramm und die Antragsunterlagen sind abrufbar unter http://www.bafa.de/bafa/de/energie/kaelteanlagen/index.html.

 


 

Ausgezeichnet: Die umweltfreundlichsten Büros Deutschlands
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat im August 2008 zusammen mit Professor Dr. Maximilian Gege, Vorsitzender des Bundesdeutschen Arbeitskreises für umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e.V.), in Hannover die umweltfreundlichsten Büros Deutschlands ausgezeichnet. Im feierlichen Rahmen nahmen die Vertreterinnen und Vertreter der umweltfreundlichsten Büros ihre Urkunden sowie einen Einkaufsgutschein im Gesamtwert von 10.000 Euro für nachhaltige Büroprodukte entgegen. Den ersten Platz bei den Großunternehmen belegt die HiPP-Werk Georg Hipp OHG aus Pfaffenhofen, bei den Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern die Stöber Antriebstechnik GmbH & Co KG aus Pforzheim und bei den kleinen Unternehmen die Firma eurobinia Gerriet Harms e.K. aus Oldenburg. In der Kategorie der nicht-gewerblichen Einrichtungen siegte die Universität Leipzig.

Bei dem von B.A.U.M. e.V. organisierten und von BMU und UBA geförderten Wettbewerb "Büro & Umwelt" nahmen insgesamt 125 Unternehmen und Organisationen in vier Kategorien teil. Eine fachkompetente Jury ermittelte anhand eines Fragebogens die überzeugendsten Bewerber des Wettbewerbs. Die aufgezeigten umweltbezogenen und wirtschaftlichen Vorteile der Beispiele aus der Praxis können nun anderen Unternehmen als Vorbilder dienen.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und seinen Gewinnern sind zu finden unter http://www.buero-und-umwelt.de.

 


 

Neues Förderprogramm für gewerbliche Kälteanlagen
Das Bundesumweltministerium (BMU) hat ein Klimaschutz-Impulsprogramm für gewerbliche Kälteanlagen aufgelegt. Für besonders klimafreundliche und energieeffiziente Kälteanlagen können Betreiber Fördermittel in Höhe von 25 Prozent der Nettoinvestitionskosten beantragen. Für die gleichzeitige Bereitstellung von Kälte und Wärme gibt es einen Bonus. Für bestehende Anlagen ist bei energetischen Verbesserungen eine Förderung mit 15 bis 25 Prozent der Nettoinvestitionskosten möglich.


Weitere Informationen unter:

http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/klima_kaelte_flyer.pdf und http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/foerderrichtlinie_kaelte.pdf

 


 

Europa muss Vorreiter bei umweltfreundlichen Produkten sein
Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Matthias Machnig, hat den von der EU-Kommission vorgelegten Aktionsplan für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster und für eine ökologische Industriepolitik begrüßt. Darin schlägt die EU-Kommission ein umfassendes Maßnahmenpaket vor, um die Umweltverträglichkeit von Produkten erheblich zu verbessern und die Nachfrage nach solchen Produkten zu stimulieren. Machnig: "Auch der Konsum muss einen Beitrag leisten, um die ehrgeizigen Klimaschutzziele der EU zu erreichen. Insoweit ist die Ausweitung der Ökodesign-Richtlinie auf weitere für den Klimaschutz wichtige Produkte nur konsequent. Der Staat muss hier mit gutem Beispiel vorangehen."

Die EU-Kommission will den Anwendungsbereich der bestehenden Ökodesign-Richtlinie von den reinen energiebetriebenen Produkten auf solche Produkte ausdehnen, die zwar selber keine Energie verbrauchen, aber erheblichen Einfluss auf den Energieverbrauch haben. Dies sind zum Beispiel Fenster, Dämm-Materialen oder Warmwasser-Armaturen. Auch mit Blick auf ein umweltorientiertes öffentliches Beschaffungswesen wertete Machnig den Vorschlag der EU als einen Schritt nach vorn. Die Kommission schlägt hier vor, verpflichtende Mindesteffizienzklassen für die Beschaffung von Produkten festzulegen, die nach der Energieverbrauchskennzeichnungsrichtlinie zu kennzeichnen sind. Weiter will die Kommission mit den Mitgliedstaaten EU-weit gültige, jedoch freiwillig anzuwendende Kriterien für eine umweltfreundliche Beschaffung beschließen. Bis zum Jahr 2010 soll so mindestens die Hälfte aller Ausschreibungsverfahren umweltorientiert sein.

Die angekündigte Revision der EU-Umweltzeichen-Verordnung (Euro-Blume) wird seitens BMU dagegen kritischer beurteilt. Das BMU begrüßt die Ziele der Überarbeitung, sieht jedoch den von der Kommission gewählten Ansatz einer Selbstdeklaration der Hersteller mit späterer stichprobenartiger Überprüfung als problematisch an. So können Produkte, die den Anforderungen trotz Deklaration nicht entsprechen und somit unzulässigerweise das EU-Umweltzeichen tragen, erst nach einer Stichprobenprüfung oder durch aufmerksame Konkurrenten auffallen und vom Markt genommen werden. "Hier sehen wir noch erheblichen Änderungsbedarf", so Machnig.

Beim Umweltmanagement-System EMAS befürwortet Machnig die Absicht der Kommission, dessen Profil zu stärken: "Die Umweltleistung der zertifizierten Unternehmen muss in der Öffentlichkeit deutlich sichtbar werden, leisten diese doch mit ihrem betrieblichen Umweltmanagement einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. In Detailfragen gibt es allerdings noch erheblichen Nachbesserungsbedarf. Das System darf nicht zu bürokratisch werden und muss die Kapazitäten der kleinen und mittleren Unternehmen angemessen berücksichtigen. Wir werden hierzu aus unserer bewährten deutschen Praxis heraus Vorschläge unterbreiten."

Unterlagen zum Aktionsplan für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sowie eine ökologische Industriepolitik sind zu finden unter: http://ec.europa.eu/environment/eussd/escp_en.htm

 


 

Bye bye Stand-By: EU-Kommission sagt Leerlaufverlusten den Kampf an
Am 7. Juli haben Vertreterinnen und Vertreter der EU-Mitgliedstaaten und der EU-Kommission eine Verordnung zur Begrenzung der Stromverluste im sogenannten "Bereitschafts- und Schein-Aus-Zustand" von Büro- und Haushaltsgeräten beschlossen. Nach Zustimmung des EU-Parlaments werden die neuen Vorgaben für Elektrogeräte ab 2010 gültig. Die EU-Verordnung ist die erste gesetzliche Anforderung an Produkte im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie. Sie wird unmittelbar in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten wirksam. Mithilfe der geplanten Maßnahmen ist EU-weit eine Minderung unnützer Stromverluste um 35 Milliarden Kilowattstunden (kWh) pro Jahr bis zum Jahr 2020 zu erwarten. Dies entspricht einer Einsparung von 14 Millionen Tonnen des Klimagases Kohlendioxid (CO2) und etwa 9 Großkraftwerken mit 800 Megawatt Leistung. Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA) sagte: "Der Entwurf der EU-Verordnung zur Begrenzung der Leerlaufverluste bei Elektrogeräten ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Seine Umsetzung kann einen handfesten Beitrag zum Klimaschutz leisten."

Da die Verordnung nur einen bestimmten Teil der Leerlaufverluste regelt, sind weitere nennenswerte Einsparungen in EDV-Netzen (sogenannter Netzwerk-Standby) sowie über Null-Watt-Schaltungen möglich. Deutschland sowie die Umweltschutz- und Verbraucherverbände hatten sich in Brüssel dafür eingesetzt, dass in Zukunft nur noch Geräte auf den Markt kommen, die sich vollständig abschalten lassen. Nachdem es gelungen ist, dieses Ziel in den Vorbemerkungen der Verordnung zu verankern, ist bei künftigen produktgruppenspezifischen Regelungen die technische Machbarkeit und Angemessenheit eines Null-Watt-Modus zu prüfen. Nach Schätzung des UBA ließen sich damit die Stromverluste EU-weit um weitere 7 Milliarden kWh und in Deutschland um etwa 1 Milliarde kWh mindern.

Weitere Details finden Sie in der Pressemitteilung des UBA unter: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2008/pd08-054.htm

 


 

Regionalkampagne NRW ergänzt Bundesaktivitäten zum 30jährigen Jubiläum des Blauen Engels
Die bundesweiten Geburtstagsaktivitäten zum 30jährigen Jubiläum des ältesten Umweltzeichens der Welt - dem Blauen Engel - unterstützt seit März eine regionale Informationskampagne in Nordrhein-Westfalen (NRW). Dabei haben Kommunen und Organisationen die Möglichkeit, unterschiedliches Kampagnenmaterial vom Regalaufsteller bis zu Broschüren und Plakaten sowie kleine Geschenke ("give aways") wie Magnet-Lesezeichen zu bestellen und öffentlichkeitswirksam zu verwerten. Außerdem können sie auf die verschiedenen Serviceangebote von monatlichen Sonderthemen bis hin zu Musterpresseerklärungen zugreifen. Die Medienarbeit umfasste neben der Erstellung sendefertiger Radiobeiträge sowie den Bild-/Textversand die Durchführung einer landesweiten "Ministertour" und Aktionen wie die Platzierung von aufmerksamkeitserregenden Postkarten in der Szenegastronomie. Im Juni startete die mehrmonatige "Aktion Lesefutter". Hinter dieser Aktion verbergen sich Papiertüten, die beidseitig mit Infotexten und dem "Blauen-Engel-Siegel" bedruckt sind und die Biobäckereien, Biohandel, Reformhäuser sowie Buchhandlungen in NRW in einer Auflage von knapp 500.000 Exemplaren an die Verbraucher und Verbraucherinnen weiter geben.

Die Akteure der Kampagne für den Blauen Engel nutzten auch moderne digitale Kommunikationswege. So liefen im Juli über 440.000-mal Spots deutschlandweit im TV-Netz von poster.tv. Ob in Gaststätten oder Fitnessstudios - der 20-Sekunden-Spot verkündete die Kernbotschaft: "Einfach.Klimafreundlich.Blauer Engel". Die regionale Kampagne führte die VERBRAUCHER INITIATIVE in Kooperation mit der Verbraucherzentrale NRW, dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW und dem Deutschen Städtetag durch.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.blauer-engel-nrw.de.

 


 

Aktion 30 Jahre Blauer Engel: Auch Du kannst Deine Welt verändern
Seit 30 Jahren steht der Blaue Engel als erstes und bekanntestes Umweltzeichen für umweltfreundliche und innovative Produkte sowie für verantwortungsbewussten Konsum. Aktuell tragen rund 10.000 Produkte und Dienstleistungen von cirka 950 Zeichenanwendern in 80 Produktgruppen den Blauen Engel. Mit der "Aktion 30 Jahre Blauer Engel: Auch Du kannst Deine Welt verändern" - einer Aktion von BMU, UBA, RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. und der Jury Umweltzeichen - geht der Blaue Engel von Mai bis August 2008 mit einem Aktionsbus auf Deutschlandtour. Viele Umweltministerinnen und -minister der Bundesländer unterstützen die Jubiläumskampagne oder organisieren zusätzliche Aktivitäten, wie zum Beispiel die Landeskampagne in Nordrhein-Westfalen (http://www.blauer-engel-nrw.de).

Den Startschuss für die bundesweite Kampagne gaben am 9. Mai in Mainz die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad und Prof. Dr. Edda Müller, die "Mutter" des Blauen Engels und stellvertretende Vorsitzende der Jury Umweltzeichen. "Der Blaue Engel ist ein Markenzeichen für umweltbewusste innovative Unternehmen und damit Teil einer zukunftsorientierten regionalen Wirtschaftsförderung", betonte Prof. Dr. Edda Müller. Umweltministerin Margit Conrad hob auch als Vorsitzende der Umweltministerkonferenz die Bedeutung des Blauen Engel für Unternehmen hervor: "In Rheinland-Pfalz kennzeichnen derzeit 20 Hersteller über 350 Produkte mit dem Umweltzeichen. Als Vorsitzende der Umweltministerkonferenz ist es mir ein besonderes Anliegen, dass künftig noch mehr Unternehmen nach den Kriterien des Blauen Engels produzieren. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können über ihre Kaufentscheidung die Welt positiv verändern! Wenn die Regenwälder verschwinden, hat dies auch etwas mit unserem Konsum zu tun." Im Aktionsbus können Neugierige an den einzelnen Stationen selbst aktiv werden. Neben Informationen gibt es dort eine blaue Couch, wo Prominente ebensowie Bürgerinnen und Bürger Platz nehmen und ihren Geburtstagsgruß für den Blauen Engel mit der Kamera filmen lassen können.

Weitere Informationen über die Jubiläumskampagne und über den Blauen Engel stehen unter http://www.blauer-engel.de zur Verfügung.

 


 

Bundeswettbewerb "Energieeffiziente Stadtbeleuchtung" startet im Juni
Am 19. Juni 2008 hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel auf der Konferenz "Perspektiven des kommunalen Klimaschutzes" den Startschuss für den Bundeswettbewerb "Energieeffiziente Stadtbeleuchtung" gegeben. Rund ein Drittel der Straßenbeleuchtung in Deutschland ist 20 Jahre und älter, noch häufig sind ineffiziente Lampen und Leuchten im Stadtbild zu finden. Die Beleuchtung von Straßen, Plätzen und Brücken verbraucht in Deutschland allein drei bis vier Milliarden Kilowattstunden jährlich. Dies entspricht dem Stromverbrauch von rund 1,2 Millionen Haushalten und einem klimaschädlichen Kohlendioxidausstoß von über zwei Millionen Tonnen pro Jahr. Mit der bereits heute verfügbaren Technik wäre es möglich, die Kohlendioxidemissionen zu halbieren. Doch die jährliche Erneuerungsrate der Straßenbeleuchtung in Deutschland macht derzeit nur drei Prozent aus. Um auf die Möglichkeit der Energieeinsparung und Kostensenkung aufmerksam zu machen, haben Bundesumweltministerium, KfW-Bankengruppe und Umweltbundesamt im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums den Bundeswettbewerb zur energieeffizienten Stadtbeleuchtung initiiert. Der erste Teil des geplanten Wettbewerbs richtet sich zunächst an die Anbieter moderner Beleuchtungstechnik. Im Ergebnis soll eine Übersicht über moderne, am Markt verfügbare, energieeffiziente Techniken für die Stadtbeleuchtung vorliegen, die als Empfehlung für den anschließenden zweiten Teil, den Kommunenwettbewerb, dienen soll. Dieser wird im Herbst starten. Mit der Begleitung des Wettbewerbs ist die Berliner Energieagentur beauftragt, bei der zum Wettbewerbsstart auch die Wettbewerbsunterlagen erhältlich sein werden.

Erste Informationen zum Wettbewerb sind in Kürze auch über http://www.bundeswettbewerb-stadtbeleuchtung.de abrufbar.

 

 



Geltende Grenzwerte schützen ausreichend vor Gefahren der Mobilfunkstrahlen
Die geltenden Grenzwerte reichen aus, um die Bevölkerung ausreichend vor den bekannten Gefahren der Mobilfunkstrahlung zu schützen. Das ist das Ergebnis eines sechsjährigen Forschungsprogramms, welches das Bundesumweltministerium (BMU) im Juni 2002 in Auftrag gegeben hat und das fachlich vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betreut wurde. BMU und die Betreiber der Mobilfunknetze haben dieses Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm jeweils mit 8,5 Millionen Euro finanziert. Das BfS und die Strahlenschutzkommission (SSK) haben übereinstimmend festgestellt, dass das Forschungsprogramm keine Erkenntnisse erbracht hat, die die geltenden Grenzwerte aus wissenschaftlicher Sicht in Frage stellen.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Dieses breit angelegte Forschungsprogramm hat bestehende Befürchtungen zu möglichen Gesundheitsgefahren des Mobilfunks, die es in Teilen der Bevölkerung gibt, nicht bestätigt. Wir wissen jetzt sehr viel mehr über den Schutz, den die Grenzwerte bieten. Wir werden aber trotzdem gezielt dort weiter forschen, wo wir noch Klärungsbedarf sehen. Das ist vor allem bei Kindern, die sehr empfindlich sind, der Fall und betrifft die Langzeitwirkungen bei Kindern und Erwachsenen." Das Bundesumweltministerium wird in Zukunft für die Forschung über die Wirkungen der elektromagnetischen Felder moderner Kommunikationstechniken jährlich 0,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Die zu Beginn des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms bestehenden Hinweise auf mögliche Risiken unterhalb der geltenden Grenzwerte konnten die Untersuchungen nicht bestätigen. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern unterhalb der geltenden Grenzwerte und unspezifischen Gesundheitsbeschwerden wie z.B. Kopfschmerzen, Schlafstörungen ("Elektrosensibilität") war nicht nachweisbar. In der Gesamtbewertung decken sich die Ergebnisse des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms mit denen anderer Forschungsprojekte aus dem Ausland.
Gleichwohl sei den Mobilfunknutzern geraten, Telefone mit niedrigem SAR-Wert zu erwerben. Der Blaue Engel wird z.B. ab einem SAR-Wert von 0,6g/W vergeben. Eine Übersicht über die SAR-Werte der Mobiltelefontypen finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Strahlenschutz (http://www.bfs.de).

Weitergehende Informationen finden Sie unter: http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/41787.php

 


 

„Carbon Footprint“ von Produkten
In der Diskussion über Klimaschutz haben Vorschläge zur Erfassung und Kennzeichnung des „Carbon Footprint“ (Kohlendioxid (CO2)-Fußabdruck) von Produkten, aber auch von Unternehmen, Gewicht bekommen. Allerdings sind die bisherigen Ansätze zur Berechnung (und Kommunikation) des CO2-Fußabdrucks recht unterschiedlich. Eine allgemein gültige und anerkannte Methodik, die übergreifend für alle Produktgruppen zur Anwendung kommt, besteht bisher nicht. Ein wichtiger Aspekt ist dabei vor allem, ob der gesamte Produktlebenszyklus oder nur die Lebenszyklusphase mit dem größten Beitrag zum Treibhauseffekt einbezogen wird – bei manchen Produkten ist dies zum Beispiel die Nutzungsphase. Da die bisher angewandten Bilanzierungsansätze selten vergleichbar sind, besteht die Gefahr der Verunsicherung und sogar Irreführung der Verbraucherinnen und Verbrauchern.

BMU und UBA haben daher ein Forschungsprojekt gestartet, um die laufenden Aktivitäten zur Berechung und Bewertung des CO2-Fußabdrucks von Produkten in Deutschland zusammenzustellen und möglichst einheitliche Regelungen für die CO2-Bilanzen unterschiedlicher Produkte zu entwickeln. Ziel ist es, eine Methodenkonvention als Angebot an die potenziellen Nutzer zu entwickeln. Dabei soll auch eine möglichst frühzeitige Harmonisierung mit vergleichbaren Entwicklungen in anderen Staaten – vor allem mit dem Projekt der Europäischen Kommission „Carbon Footprint Measurement Toolkit“ – erreicht werden. Mit diesem Projekt will die Kommission ein nutzerfreundliches Berechnungsinstrument für das EU-Umweltzeichen entwickeln, welches allgemein methodisch nutzbar ist und für einzelne Produktgruppen spezifisch angepasst den „Carbon Footprint“ berechnet.

Die Grundzüge des Konzepts, aktuelle Methodenvorschläge zur Bilanzierung des Carbon Footprint sowie Möglichkeiten der Kommunikation standen im Mittelpunkt der Tagung „Carbon Footprint von Produkten“ von BMU und UBA am 28. April 2008 im Presse- und Besucherzentrum der Bundesregierung in Berlin. Zu diesem Zeitpunkt waren auch bereits erste Ergebnisse des EU-Projektes verfügbar, für welches am 22. April 2008 ein Workshop in Brüssel stattfand.

 


 

Bromierte Flammschutzmittel: Schutzengel mit schlechten Eigenschaften?
Flammschutzmittel retten Leben – denn sie verhindern, dass Brände entstehen. Viele Hersteller setzen die Stoffe daher in Elektro- und Elektronikgeräten, Dämmstoffen oder Textilien ein. Aber: Einige der potentiellen Lebensretter haben nicht nur gute Eigenschaften. Besonders die bromierten Flammschutzmittel können sich in der Umwelt verbreiten sowie in der Nahrungskette und im Menschen anreichern. Die beiden häufig verwendeten Flammschutzmittel Decabromdiphenylether (DecaBDE) und Hexabromcyclododecan (HBCD) sind beispielsweise in der Muttermilch, in Fischen, Vogeleiern und Eisbären nachweisbar. HBCD ist zudem akut giftig für Gewässerorganismen. Und bei DecaBDE bestehen konkrete Hinweise auf langfristig schädliche, neurotoxische Wirkungen und den langsamen Abbau zu niedriger bromierten, stärker toxischen Verbindungen. „Vor allem die weite Verbreitung des DecaBDE und HBCD macht mir Sorge. Chemikalien, die sich in Mensch oder Tier anreichern, gehören nicht in die Umwelt“, sagt Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des UBA. Für viele bromierte Flammschutzmittel gibt es sinnvolle Alternativen – und zwar ohne Abstriche an der Sicherheit. Möglich sind gänzlich andere Materialien – beispielsweise Textilien aus Glasfasern – oder weniger schädliche Flammschutzmittel, etwa Magnesiumhydroxid oder bestimmte halogenfreie, phosphororganische Flammschutzmittel. Der Einsatz dieser Alternativen ist technisch möglich. Ein neues Hintergrundpapier des UBA stellt die wichtigsten Fakten zu den bromierten Flammschutzmitteln DecaBDE, HBCD und Tetrabrombisphenol A (TBBPA) zusammen.

Das Hintergrundpapier ist verfügbar unter: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/hintergrund/flammschutzmittel.pdf

 


 

Drei Jahre ElektroG: BMU und UBA ziehen positive Bilanz
Vor drei Jahren ist das Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (ElektroG) in Kraft getreten; seit zwei Jahren sind Altgeräte getrennt zu erfassen und in der Produktverantwortung der Hersteller zu entsorgen. Verbraucherinnen und Verbraucher können seitdem ihre alten Elektro- und Elektronikgeräte kostenlos bei den kommunalen Sammelstellen abgeben. Die Hersteller müssen die dort gesammelten Geräte zurücknehmen und entsorgen. BMU und UBA ziehen eine positive Bilanz der Regelung, mit der Deutschland die EU-Richtlinie über die Entsorgung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten umgesetzt hat.

Nach den neuesten Erhebungen der zuständigen Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) und des Statistischen Bundesamtes liegt für das Jahr 2006 die pro Kopf-Erfassungsmenge ausgedienter Elektroaltgeräten aus privaten Haushalten in Deutschland bei über acht Kilogramm pro Einwohner. Das übertrifft die von der EU- Richtlinie über Elektro- und Elektronikaltgeräte geforderte Menge von vier Kilogramm pro Einwohner/in und Jahr deutlich. Insgesamt wurden im Jahr 2006 rund 750.000 Tonnen Altgeräte aus privaten Haushalten und aus dem Gewerbe erfasst.

Die Abholung der von den Kommunen gesammelten Altgeräte durch die Hersteller verläuft inzwischen bis auf Einzelfälle reibungslos – und das bei rund 180.000 Abholungen seit März 2006. So ging der Anteil der wegen Verspätung angemahnten Abholungen von fast fünf Prozent im Januar 2007 auf unter 0,2 Prozent im Februar 2008 zurück – ein Zeichen dafür, dass auch die Logistik sich inzwischen eingespielt hat und das UBA durch die konsequente Verfolgung der Ordnungswidrigkeiten den Vollzug gewährleistet.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2008/pdf/pd08-019.pdf

 


 

30 Jahre Blauer Engel, 30 Jahre Innovation BMU, UBA und Jury Umweltzeichen starten mit dem erfolgreichen Umweltzeichen in das Jubiläumsjahr
Seit nunmehr 30 Jahren steht der Blaue Engel für anspruchsvollen Umweltschutz. Er ist ein wichtiges Instrument, um die Klima- und Ressourcenschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Der Blaue Engel ist Innovationstreiber für die effizientesten Lösungen am Markt. Damit ist er für die ökologische Industriepolitik zur Förderung neuer Techniken und Produkte besonders wichtig. Sein Erfolg und sein Wert liegen in seiner hohen Glaubwürdigkeit und Orientierungsfunktion für Verbraucherinnen und Verbraucher: 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland kennen den Blauen Engel. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher orientieren sich im täglichen Einkauf am Umweltzeichen. "Der Blaue Engel ist zu einer Marke geworden und steht für konkretes Engagement im Umweltschutz", sagte Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes, während der Pressekonferenz zum Auftakt des Jubiläumsjahres des Umweltzeichens am 19. Februar 2008 in Berlin. "Mit dem Blauen Engel können Unternehmen konkret ihre soziale Verantwortung für Mensch und Umwelt dokumentieren und für ihre Positionierung auf dem Markt nutzen. Produkte mit dem Blauen Engel schonen nicht nur die Gesundheit und die Umwelt, sie sind auch wirtschaftlich erfolgreich", so Troge.

Seit seiner Entstehung im Jahr 1978 zielt der Blaue Engel auf wegweisende Anforderungen an die Produkte im Sinne des Umwelt-, Verbraucher- und Gesundheitsschutzes. "Besonders erfolgreich ist der Blaue Engel dort, wo seine Anforderungen in das öffentliche Beschaffungswesen Eingang gefunden haben. Damit wurde der Marktstandard häufig in breiter Front angehoben und bereitete nicht selten den Weg für EU-weite gesetzliche Vorschriften", so Prof. Dr. Edda Müller, die "Mutter" des Blauen Engel und stellvertretende Vorsitzende der Jury Umweltzeichen. Aktuell sind 10.000 Waren und Dienstleistungen von circa 950 Zeichenanwendern in 80 Produktgruppen mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.

Im Jubiläumsjahr starten die Jury Umweltzeichen, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) in Kooperation mit den Ländern, Städten und Gemeinden sowie Herstellern und Handel vielfältige Aktionen zum Blauen Engel. Die "Aktion Blaues Sofa" bindet eine Vielzahl Akteure ein, um den Blauen Engel in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Schon heute sagten führende Handels- und Industrieunternehmen, Landesregierungen, Städte und Gemeinden ihr aktives Mitwirken an der Kampagne zu. Den Startschuss für die "Aktion Blaues Sofa" geben Edda Müller und die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad am 9. Mai 2008 in Mainz.

Informationen zum Umweltzeichen Der Blaue Engel und den geplanten Aktionen unter http://www.umweltbundesamt.de und http://www.blauer-engel.de.

 


 

Schwere Altlast: Trinkwasserleitungen aus Blei jetzt vollständig austauschen
Seit Jahrzehnten ist bekannt: Blei ist gesundheitsschädlich. Dennoch sind Wasserleitungen aus Blei in vielen Altbauten noch weit verbreitet. Die Folge können erhöhte Bleikonzentrationen im Trinkwasser sein, teilweise sogar über dem ab 2013 in Kraft tretenden Grenzwert von zehn Mikrogramm Blei/Liter Trinkwasser (µg/l). Es gibt deutliche Hinweise, dass knapp drei Prozent der Haushalte mit 3- bis 14-jährigen Kindern diesen künftigen Grenzwert nicht einhalten. Dies zeigt jüngst der Kinder-Umwelt-Survey des UBA. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders empfindlich gegenüber Blei. Trinkwasser aus Bleileitungen ist daher für die Zubereitung ihrer Nahrung nicht geeignet; Schwangere sollten es auch nicht konsumieren. Dies gilt für Wasser, das längere Zeit in den Leitungen stand, und für frisch abgelaufenes Wasser. Wer alte Bleileitungen im Gebäude hat, kann die Gesundheitsbelastung jedoch zuverlässig vermeiden, indem er oder sie die alten Rohre durch neue Leitungen aus zertifizierten Materialien ersetzt: Geeignete Leitungsmaterialien sind Kunststoffe, Edelstahl oder Kupfer, falls sie ein Zertifizierungszeichen der DVGW (Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfachs e.V.) aufweisen. UBA-Präsident Prof. Dr. Andreas Troge: "Die anstehenden Sanierungen zur besseren Wärmeisolierung sind eine gute Gelegenheit, um das Blei endlich aus den Altbauten zu verbannen". Was dabei zu beachten ist, erläutert der kostenlose UBA-Ratgeber: "Trink was - Trinkwasser aus dem Hahn".

Der UBA-Ratgeber: "Trink was - Trinkwasser aus dem Hahn" informiert Mieter und Hauseigentümer darüber, woran sie Mängel der Bauausführung und ungeeignete Installationsmaterialien erkennen können. Der Ratgeber kann unter http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3058.pdf heruntergeladen werden.

 


 

Neufassung der Energy Star-Verordnung veröffentlicht
Am 13. Februar 2008 wurde die Neufassung der Verordnung (EG) 106/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2008 über ein gemeinschaftliches Kennzeichnungsprogramm für Strom sparende Bürogeräte im Amtsblatt der Europäischen Union (EU) veröffentlicht. Die Verordnung verpflichtet erstmals zentrale europäische und nationale Regierungsstellen dazu, bei der Erteilung öffentlicher Aufträge, deren Wert die Schwellenwerte erreicht oder diese überschreitet, mindestens die Anforderungen des "ENERGY STAR®"-Labels einzuhalten. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt für eine umweltfreundliche Beschaffung gesetzt.

Der ENERGY STAR ist ein Label für energieeffiziente Produkte, welches das US-amerikanische Umweltbundesamt (EPA) 1992 ins Leben rief. Im Rahmen eines Abkommens der Europäischen Union mit der US-Regierung nimmt die EU am ENERGY STAR-Programm teil, soweit sich dieses auf Bürogeräte (etwa Computer, Computerbildschirme, Kopierer, Drucker, Faxgeräte, Frankiermaschinen, Multifunktionsgeräte, Scanner) bezieht.

Die EU und die Vereinigten Staaten (USA) unterzeichneten am 28. Dezember 2006 ein neues ENERGY-STAR Abkommen, welches die Grundlage für die Energy-Star-Verordnung ist. Sowohl Bürogerätehersteller, als auch Verkäufer können am Programm teilnehmen und das gemeinsame Zeichen "ENERGY STAR®" verwenden. Geräte, die dieses Zeichen tragen, müssen den gemeinsam festgelegten Spezifikationen für die jeweilige Produktgruppe genügen. Ob die Geräte diese Kriterien erfüllen, können die Hersteller unternehmensintern oder unabhängige Testlabore prüfen.

Die Energy Star-Verordnung ist hier einsehbar. Weitere Informationen zum Energy Star finden Sie unter: http://www.eu-energystar.org

 


 

Konsultationsphase zur Nachhaltigkeit eröffnet
Die 2002 erstellte Nachhaltigkeitsstrategie wird regelmäßig auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und im Hinblick auf neue Herausforderungen und veränderte Rahmenbedingungen weiterentwickelt. Auf dem Jahreskongress des Rates für nachhaltige Entwicklung am 27.11.2007 eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel den Konsultationsprozess zum Fortschrittsbericht 2008 der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. In ihrer Rede lud sie Bürgerinnen und Bürger sowie fachlich Interessierte ein, sich bis zum 31. Januar 2008 an der Gestaltung des Berichts und der Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zu beteiligen.

Das Konsultationspapier finden Sie hier: www.dialog-nachhaltigkeit.de.

 


 

Vorreiter Deutschland und Japan gemeinsam für Ressourceneffizienz
Deutschland und Japan sitzen in einem Boot, wenn es um Rohstoffe geht: Beide Länder sind rohstoffarm und gerade deshalb stark davon betroffen, dass Ressourcen - wie Öl, Gas, Kupfer, Stahl, Phosphor und Zink - immer knapper und damit teurer werden. Beide Länder fürchten zudem die negativen Umweltfolgen der weltweit rasant steigenden Nachfrage. Sowohl Japan als auch Deutschland entwickelten Strategien für einen effizienteren Umgang mit natürlichen Ressourcen und zeigten: Eine Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Ressourcenverbrauch ist möglich. Für die Entlastung der weltweiten Reserven ist allerdings eine dauerhafte Senkung des Ressourcenverbrauchs erforderlich.

Japan und Deutschland sind auf dem Gebiet der Umwelt- und Effizienztechniken weltweit führend. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung sieht eine Verdopplung der Rohstoffproduktivität bis 2020 im Vergleich zu 1994 vor. Das im Jahr 1996 in Kraft getretene Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz leitete eine Trendwende beim Rohstoffverbrauch ein, gefolgt von einer EU-weiten Einführung eines branchenspezifischen Abfallkatalogs 1999. In Japan ist der Aufbau einer Materialkreislaufgesellschaft mit dem Markenzeichen 3R (reduce, reuse, recycle - Vermeidung, Verwendung, Verwertung) seit dem Jahr 2000 gesetzlich verankert.

Die aktuelle Entwicklung beim Aufbau einer ressourceneffizienten und umweltverträglichen Ökonomie diskutierten am 6. November 2007 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Unternehmen, Wissenschaft, Verbänden und Verwaltung aus Japan, Deutschland und der EU in Berlin. Die internationale Konferenz war Teil eines Forschungs-Projektes im Auftrag des UBA. Die Ergebnisse der Konferenz erscheinen in einem internationalen Synthesepapier für Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit - zusammen mit dem Forschungsbericht - im Januar 2008.

Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH führt das Projekt, in dessen Rahmen diese Konferenz stattfand, in Kooperation mit dem UNEP/Wuppertal Institute Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) und dem Japanisch-Deutschen-Zentrum durch.

Weiterführende Informationen finden Sie unter: http://www.ressourcenproduktivitaet.de/3/index.php

 


 

Chemikaliensicherheit: Neue UBA-Broschüre zur global harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung gefährlicher Chemikalien
Welche Chemikalien gefährlich sind, müssen auch Nicht-Fachleute schnell erkennen können. Wann besondere Vorsicht geboten ist, zeigen Warnungen wie "Giftig beim Verschlucken" oder "Giftig für Wasserorganismen" und die dazugehörigen Symbole: etwa "Totenkopf" oder "toter Baum und toter Fisch". Mit dem sogenannten "global harmonisierten System" (globally harmonised system) - kurz GHS - führt die EU nun erstmals ein weltweit einheitliches System zur Gefahrenkennzeichnung bei Chemikalien ein. Egal ob in China, Indien, den USA oder Europa - alle Staaten, die das neue System anwenden, stufen Chemikalien in Zukunft nach denselben Kriterien ein und machen die Gefahren kenntlich. Was giftig oder umweltgefährlich ist, trägt überall dasselbe Symbol. Das hilft, Handelsbarrieren abzubauen und Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Umwelt besser zu schützen.

Ein neuer Leitfaden des UBA zur Anwendung des GHS erläutert, wie das GHS funktioniert und welche Änderungen durch GHS im Einstufungs- und Kennzeichnungsrecht auf Unternehmen, Arbeitsschützer sowie Verbraucherinnen und Verbraucher zukommen. Das GHS ist Ergebnis langjähriger Verhandlungen auf Ebene der Vereinten Nationen (UN) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die EU muss das neue Einstufungs- und Kennzeichnungssystem noch in eine Rechtsverordnung fassen. Das System der Einstufung und Kennzeichnung nach den Richtlinien 67/548/EWG (Stoffrichtlinie) und 1999/45/EG (Zubereitungsrichtlinie) wird künftig durch eine neue Verordnung, die GHS-Verordnung, abgelöst. Ein entsprechender Vorschlag liegt seit Juni 2007 vor. Fachleute gehen davon aus, dass eine Verabschiedung Anfang 2009 erfolgt; dann sind aber noch mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen.

Die Broschüre sowie weitere Informationen über das neue Einstufungs- und Kennzeichnungsrecht für Chemikalien sind erhältlich unter:

http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3332.pdf

 


 

Neue aktualisierte Auflage der BMU-Broschüre "Energie effizient nutzen - Tipps zum Klimaschützen und Geldsparen"
Noch nie waren Strom, Gas und Öl teurer als heute, noch nie hat sich ein cleverer Umgang mit Energie mehr gelohnt. Doch was bedeutet das überhaupt: Energieeffizienz? Was bringt sie - für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel? Müssen wir uns stark einschränken, um weniger Energie zu verbrauchen? Und was unternimmt die Bundesregierung, um mehr Energieeffizienz und weniger Energieverbrauch zu erreichen? Das BMU antwortet in einer aktuellen Broschüre auf häufig gestellte Fragen.

Die Broschüre steht zum kostenlosen Herunterladen bereit unter: http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/broschuere _energieeffizienz.pdf

 



Klima-Rechner des Umweltbundesamtes ist online
Unterstützt vom UBA haben das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH und avantTime Consulting GmbH einen CO2-Rechner entwickelt. Er ist im Internet unter http://uba.klima-aktiv.de kostenfrei nutzbar. Dieser ermittelt den persönlichen Ausstoß an Treibhausgasen pro Jahr. Nach Eingabe einiger Daten zu Wohnen, Mobilität, Ernährung und persönlichem Konsumverhalten erfahren Bürgerinnen und Bürger ihre persönliche CO2-Bilanz und an welchen wichtigen Stellschrauben im Alltag sie ihre Klimabilanz verbessern können.

Der CO2-Rechner ermöglicht verschiedene Wege und Handlungsoptionen durchzuspielen, um die persönliche Klimabilanz zu verbessern: Wer etwa öffentliche Verkehrsmittel nutzt statt den eigenen PKW, spart bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern schon 1,6 Tonnen CO2 pro Jahr - bei gleicher Mobilität. Ein Fernflug nach Thailand entspricht mit einem CO2-Ausstoß von 5,05 Tonnen allein schon 50 Prozent des gesamten durchschnittlichen CO2-Ausstoßes pro Person in Deutschland. Das Wohnen im Mehrpersonenhaushalt spart beispielsweise in einem Vier-Personen-Haushalt mit 100 Quadratmeter Wohnfläche je Person 5,7 Tonnen CO2 im Vergleich zu einer Einzelperson, die 50 Quadratmeter alleine bewohnt. Auch die individuellen Ernährungsgewohnheiten haben großen Einfluss auf die persönliche Treibhausgasbilanz. Wer sich beispielsweise vegetarisch ernährt und Lebensmittel aus der Region kauft, spart im Vergleich zu einer eher fleischlastigen Ernährung jährlich 1,33 Tonnen CO2 ein.

Neben einer fortlaufenden Aktualisierung des CO2-Rechners soll er in einem nächsten Schritt um detaillierte Handlungsempfehlungen ergänzt werden, die zeigen, wie jeder Einzelne seine Emissionen mindern kann.

 



Zwei Kraftwerke weniger durch Steigerung der Energieeffizienz von Rechenzentren
Die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) und speziell Rechenzentren spielen sowohl unter wirtschaftlichen als auch unter ökologischen Gesichtspunkten eine immer größere Rolle. Die durch den Stromverbrauch der IKT in Deutschland verursachten CO2-Emissionen betrugen in 2004 über 28 Millionen Tonnen CO2 und lagen damit bereits deutlich über den CO2-Emissionen des Luftverkehrs.

Wie der BMU-Fachdialog "Zukunftsmarkt 'grüne' Rechenzentren" am 3. Juli 2007 deutlich machte, liegen gerade in den Rechenzentren noch große Einspar- und Effizienzpotentiale. Rechenzentren sind in Deutschland die größten Stromverbraucher innerhalb der IKT-Infrastruktur. Dort sind rund 80 Prozent aller Server konzentriert. Ihr Energieverbrauch nimmt mit steigender Internet- und Mobilfunknutzung rasant zu. Server sowie deren Kühlung und Zubehör benötigten 2005 rund ein Prozent des weltweiten Strombedarfs, mit steigender Tendenz. Nach Berechnungen des Borderstep Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit lag der Stromverbrauch der rund 50.000 deutschen Rechenzentren im Jahr 2006 bei 8,7 Terrawattstunden (TWh). Dies entspricht der Jahresstromproduktion von drei mittelgroßen Kohlekraftwerken und ist mehr als das 1,5-fache der Jahresstromerzeugung des Kernkraftwerkes Brunsbüttel. Durch den Stromverbrauch verursachten die Rechenzentren in Deutschland in 2006 CO2-Emissionen in der Höhe von 5,6 Millionen Tonnen. Ohne zusätzliche Effizienzanstrengungen werden der Stromverbrauch und die CO2-Emissionen von Rechenzentren in Deutschland bis 2010 um circa 50 Prozent steigen. Finden hingegen die heute bereits verfügbaren und bei Vorreitern eingesetzten energieeffizienten Techniken und Lösungen eine Anwendung auf breiter Front, lassen sich im Zeitraum von 2007 bis 2010 insgesamt 21 Terrawattstunden und damit 13,6 Millionen Tonnen CO2 vermeiden. Die Betreiber von Rechenzentren könnten auf diese Weise bis 2010 insgesamt 2,5 Milliarden Euro an Stromkosten sparen.

Die Vorträge des Fachdialoges sowie eine vom BMU in Auftrag gegebene Studie des Borderstep Instituts zum Thema "Zukunftsmarkt energieeffiziente Rechenzentren" sind als kostenloser Download verfügbar unter: http://www.borderstep.de

 


 

Japanisch-deutscher Politikdialog zum Thema Ressourceneffizienz
Am 6. November 2007 findet im Japanisch-Deutschen Zentrum in Berlin ein Politikdialog über die Ressourceneffizienz statt. Erörtert werden von den Fachleuten aus Deutschland und Japan Optionen zur Verbesserung der Ressourceneffizienz und Möglichkeiten, wie beide Länder gemeinsam Ressourceneffizienz-Maßnahmen auf globaler Ebene fördern können. Die Veranstaltung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Verwaltung, Industrie, Forschungseinrichtungen und Verbänden in Deutschland. Im Mittelpunkt wird die Präsentation praktischer Erfahrungen stehen, die Japan unter anderem in Bezug auf den Top Runner-Ansatz, Eco-Town Programme, die nachhaltige Beschaffung sowie Materialflussindikatoren gesammelt hat. Besondere Berücksichtigung sollen dabei Relevanz, Perspektiven und die Übertragbarkeit dieser Ansätze auf Deutschland und die EU finden. Die Konferenz wird gemeinsam vom UNEP/Wuppertal Institute Collaborating Centre for Sustainable Consumption and Production (CSCP), dem Wuppertal Institut, dem UBA sowie dem Deutsch-Japanischen Zentrum Berlin mit Unterstützung des BMU und des International Institute for Global Environmental Strategies, Japan (IGES) veranstaltet.

Ausführliche Informationen zu dieser Konferenz finden Sie hier.

 


 

BMU, Deutsche Krebshilfe und Solarienverband SLS starten Strahlenschutz-Initiative "Geprüftes Sonnenstudio"
Die Zahl der Hautkrebsfälle steigt in Deutschland kontinuierlich. Mit derzeit circa 140.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Hautkrebs die häufigste Krebserkrankung. Die UV-Strahlung, der Nutzerinnen und Nutzer von Sonnenstudios ausgesetzt sind, stellt ein zusätzliches Gesundheitsrisiko zur natürlichen UV-Strahlung der Sonne dar. Dieser zusätzlichen Strahlung im Kindes- und Jugendalter ausgesetzt zu sein, erhöht zudem stark das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Das BMU beabsichtigt daher, den Schutz der Bevölkerung vor den gesundheitsgefährdenden UV-Strahlen zu stärken und im geplanten Umweltgesetzbuch (UGB) den Solarien-Besuch für Kinder und Jugendliche zu verbieten. Für den Schutz von Erwachsenen sollen Grenzwerte für die UV-Strahlung dienen. Bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Regelung sollten Nutzerinnen und Nutzer von Sonnenstudios nur solche mit dem Qualitätssiegel "Geprüftes Sonnenstudio" aufsuchen. Ein "Geprüftes Sonnenstudio" ist nach den Kriterien des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) zertifiziert. Es bietet seinen Kundinnen und Kunden eine Beratung, Hygienevorschriften werden eingehalten und die Bestrahlungsstärke ist beschränkt. Das freiwillige Zertifikat ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Gesundheitsschutz im Sonnenstudio.

Weitere Informationen unter: http://www.bmu.de/strahlenschutz und http://www.bfs.de

 


 

Von der Idee zur Praxis: Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen schafft viele Vorteile
Das wachsende Interesse der Finanzmärkte verdeutlicht: Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility – CSR) sind zu strategisch bedeutsamen Leitbildern heutiger Unternehmenspolitik geworden. Das BMU hat deshalb gemeinsam mit econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft – die Studie "Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen" veröffentlicht.

"Unternehmerisches Handeln hat von jeher eine wichtige Verantwortung für die gesellschaftliche Entwicklung. Staatliche Regulierung und Vorschriften können es nicht ersetzen", sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel anlässlich der Veröffentlichung der Studie. "Ich freue mich, dass wir mit diesem Kompendium eine Hilfestellung geben, die dazu beitragen soll, Nachhaltigkeitsmanagement und Corporate Social Responsibility weiter im Kerngeschäft der Unternehmen zu verankern." Die dynamische Entwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements in den letzten Jahren hob der Sprecher des Kuratoriums von econsense und Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Jürgen R. Thumann, hervor: "Es kommt auf die Praxis an. Deshalb wollen wir bei der Weiterentwicklung des Know-hows für ein erfolgreiches Nachhaltigkeitsmanagement ganz vorn mit dabei sein."

Die Studie, die das Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitete, ist eine praxisorientierte Handreichung für Unternehmen und Unternehmensverantwortliche, die ökologische und soziale Aspekte in ihre Managementstrategien integrieren wollen. Sie zeigt auf, welche Fülle an Konzepten, Systemen und Instrumenten zur Verfügung steht und sie gibt Hinweise, wie sich Nachhaltigkeit im Unternehmen durchsetzen lässt.

Weitere Informationen und Download der Studie unter: http://www.bmu.de/wirtschaft_und_umwelt/downloads/doc/39650.php

 


 

"Blauer Engel" stellt sich dem gesellschaftlichen Wandel
Der "Blaue Engel" soll neue Zielgruppen erreichen. Anlässlich der neuen Berufungsperiode der Jury Umweltzeichen sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Es ist wichtig, dass neue innovative Produkte und Dienstleistungen mit dem Blauen Engel auf den Markt kommen und sich das Umweltzeichen stärker auf Schwerpunkte wie Klimaschutz und Ressourceneffizienz sowie Umwelt und Gesundheit ausrichtet." Die für die Periode von 2007 bis 2009 neu berufene Jury hat als Vorsitzenden Dr. Volker Teichert (Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft) in seinem Amt bestätigt und als stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. Edda Müller (ehemals Verbraucherzentrale Bundesverband, vzbv) gewählt.

Die 15 Mitglieder der Jury Umweltzeichen repräsentieren alle gesellschaftlichen Gruppen, die für die Produktkennzeichnung mit dem Blauen Engel entscheidend sind: die anbietende Wirtschaft, die Umwelt- und Verbraucherverbände, die Gewerkschaften, die Kirchen, die Medien, die Kommunen, die Bundesländer und unabhängige Expertinnen und Experten.

Die Berufungsperiode 2007 bis 2009 ist ein wichtiger Zeitabschnitt für den Blauen Engel. Die Globalisierung und die Veränderung der Märkte, demografischer und gesellschaftlicher Wandel sowie technische Neuentwicklungen fordern den Blauen Engel heraus. Hier sind auch die Mitglieder der Jury Umweltzeichen und die jeweiligen Organisationen gefordert, ihren Beitrag zur Stärkung des Umweltzeichens zu leisten. Die Jury vertritt den Blauen Engel in der Öffentlichkeit und garantiert den hohen Standard umwelt- und gesundheitsbezogener Produktanforderungen. Sie steht für die Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit des Umweltzeichens.

Der Blaue Engel wird im Jahr 2008 sein 30-jähriges Bestehen feiern. Dies ist Anlass mit einer Jubiläumskampagne die Bekanntheit der Marke "Blauer Engel" weiter zu festigen.

Weitere Informationen unter http://www.blauer-engel.de.

 


 

Gebrauchte Elektro(nik)geräte und Pkw – aus den Augen aus dem Sinn?
Von den mehr als 3 Millionen jährlich in Deutschland stillgelegten Pkw gelangt etwa nur eine halbe Million auch in Deutschland in die Verwertung. Ein großer Teil geht als Gebrauchtwagen in den Export – nach Afrika, Osteuropa oder auch in andere EU-Staaten. Damit verlassen viele Rohstoffe das Land: vor allem Stahl und Buntmetalle sowie Edelmetalle – etwa Platin. Die exportierten Gebrauchtwagen fahren oft noch viele Jahre in den Importländern, aber es kommt dennoch der Tag der Stilllegung. Im Bereich gebrauchter Elektro(nik)geräte (E-Geräte) liegen keine exakten Exportzahlen vor, allerdings gibt es hier zweifellos ebenfalls erhebliche Exportmengenströme. Das Potenzial an Sekundärressourcen im Bereich der gebrauchten E-Geräte lässt sich an Beispielen verdeutlichen. So enthalten allein eine Million Mobiltelefone unter anderem rund 250 Kilogramm Silber, 24 Kilogramm Gold, 9 Kilogramm Palladium sowie 9 Tonnen Kupfer.

Vor allem in Regionen außerhalb Europas, besonders in Afrika, fehlen Recyclingeinrichtungen für Altfahrzeuge und Elektroaltgeräte. Die Folge: Menschen und Umwelt leiden unter unsachgemäßer Entsorgung und teure Rohstoffe, etwa Platinmetalle, gehen oft völlig verloren. Im Herbst 2006 untersuchten das Öko-Institut e.V. und die Firma Umicore für das UBA am Beispiel des Hamburger Hafens, wie sich exportierte "Gebrauchte", wenn sie im Importland irgendwann einmal endgültig ausrangiert sind, besser entsorgen lassen: Händler, Reeder, Spediteure und weitere am Export beteiligte Firmen sollten für eine verbesserte internationale Recyclingwirtschaft gewonnen werden, um die Verwertung von Autos und E-Geräten zu verbessern. Die ohnehin verbotenen Exporte fahruntüchtiger Autowracks in Länder ohne Recycling-Technik sind in der Praxis effektiver einzuschränken.

Weitere Informationen und Download der Studie unter: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2007/pd07-050.htm

 


 

Online-Atlas erleichtert die Suche nach Umwelttechnologien
Ein vom Europäischen Umweltbüro gemeinsam mit dem BMU entwickelter Online-Atlas informiert über Umwelttechnologien in Europa und enthält eine umfangreiche Datenbank zu Firmen und Forschungseinrichtungen. Dieser Service soll es der Öffentlichkeit erleichtern, innovative Akteure in den Bereichen Umwelttechnologie und Ökoeffizienz zu lokalisieren. Neben der Suche über Schlagworte und Kategorien (Ressourcenmanagement, Umweltverschmutzungsmanagement, Monitoring und Prognose sowie ganzheitliche Ansätze) ist auch die Suche über eine Landkarte möglich. Ziel ist es, Konsumenten und Produzenten zusammenzuführen und das allgemeine Bewusstsein für die wachsende gesellschaftliche Bedeutung umwelttechnologischer Produkte und Dienstleistungen zu fördern.

Sie finden den "Environmental Technology Atlas" unter: http://technologies.ewindows.eu.org/atlas_map

 


 

Insektensprays in Haushalten
Auch diesen Sommer wimmelt es nur so vor Insekten. Um die zahllosen Plagegeister zu bekämpfen, ist der Griff zur Sprayflasche besonders verlockend. Doch nicht nur solche Insektensprays enthalten Biozide. Fast überall in unseren Haushalten lassen sich Biozide finden – selbst in Farben, Kosmetika oder Zahnpasta. Sie sollen vor unerwünschtem Schädlingsbefall schützen. Welche Gesundheitsrisiken die enthaltenen Biozide bergen können, zeigen die Ergebnisse eines Forschungsprojektes des UBA im Rahmen des Aktionsprogramms "Umwelt und Gesundheit" (APUG). Vor allem das Bekämpfen der Insekten in Ritzen und Fugen mit solchen Sprays, die als biozide Wirkstoffe so genannte Organophosphate enthalten, kann in der Innenraumluft zu einer hohen Wirkstoffkonzentration führen und die Gesundheit gefährden. Organophosphate sind Nervengifte. Sie stören die Signalübertragung zwischen Nervenzellen beziehungsweise zwischen Nerven- und Muskelzellen. Organophosphathaltige Insektensprays sollten deshalb nicht bedenkenlos Einsatz finden. Sofern unklar ist, ob ein Spray Organophosphate enthält, können das UBA oder die Verbraucherschutzzentrale Auskunft geben.

Eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse des Forschungsprojektes "Gesundheitsrisiken biozidhaltiger Produkte und Gegenstände des täglichen Bedarfs" steht unter http://www.apug.de/leben/produkte/biozidhaltige-produkte.htm zum Herunterladen bereit.

 


 

Stromsparen für den Klimaschutz
Der Stromverbrauch in Deutschland steigt an und vernichtet bereits erzielte Klimaschutzerfolge. Die Diskussion über Klimaschutzmaßnahmen konzentriert sich zumeist auf die Angebotsseite, also die Frage, woher der Strom kommt, auf die teure Abscheidung und Speicherung des Kohlendioxids, auf die Verlängerung der Laufzeit von Kernkraftwerken und den Einsatz erneuerbarer Energien. Weniger Aufmerksamkeit erhält die Nachfrageseite, also die Frage, wie wir mit der Energie umgehen und diese best möglichst nutzen. Dabei gibt es in Deutschland viele wirtschaftliche Möglichkeiten zum Stromsparen in allen Bereichen – auch in der Industrie, dem größten Stromverbraucher.

Das UBA hat Fakten und Argumente für das Handeln auf der Verbraucherseite in dem Positionspapier "Stromsparen ist wichtig für den Klimaschutz" zusammengestellt.

Das Papier ist im Internet abrufbar unter: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3191.pdf

 


 

Optimal ins neue Schuljahr
Die Karstadt Warenhaus GmbH, die Initiative Pro Recyclingpapier und das UBA veranstalten die bundesweite Kampagne "Ökologischer Schulanfang". Deren Maskottchen "Clemens Clever" gibt Eltern und Kindern hilfreiche Tipps zu sicheren Schulwegen, geeigneten Pausenbroten und Schulmaterialien. Zudem gibt es das Gewinnspiel "Tierisch gut", unterstützt vom Bundesamt für Naturschutz.

Sie finden das Gewinnspiel unter: http://www.karstadt.de/jsp/corporate/corporate_tierischgut_start.jsp

Eine Broschüre steht zum Herunterladen bereit unter: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3296.pdf

 


 

EU-Präsidentschaftsmeeting zum Europäischen Umweltzeichen
Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft kamen am 30. und 31. März 2007 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedstaaten auf Einladung des BMU zum EU-Umweltzeichen-Treffen zusammen. Anliegen dieses Treffens, die jede EU-Ratspräsidentschaft veranstaltet, ist die Diskussion von Strategien, um das EU-Umweltzeichen zu stärken und weiterzuentwickeln. Derzeit steht das Zeichen vor der Aufgabe, seinen Verbreitungs- und Bekanntheitsgrad zu erhöhen und dabei seine Glaubwürdigkeit zu erhalten. Um das Zeichen auf Erfolgskurs zu steuern, ist die Unterstützung alle Mitgliedstaaten und aller involvierten Akteure aus Wirtschaft und Umweltschutz notwendig. Mit der ausstehenden Revision der EU-Umweltzeichen-Richtlinie soll es eine Änderung des institutionellen Systems zur Entwicklung der Vergabekriterien und Vergabe des EU-Umweltzeichens geben. Unklar ist noch die zukünftige Rolle der Mitgliedstaaten, der beteiligten Stakeholder und der Kommission in den Entscheidungsprozessen. Die Teilnehmenden stimmten aber darin überein, dass die neue organisatorische Struktur auf jeden Fall mehr Effizienz in den Abläufen und der Entwicklung der Vergabekriterien bringen soll.

Das Treffen machte deutlich, dass vor allem folgende Fragen einer weiteren Diskussion bedürfen: Wie ist die zukünftige Arbeit zum EU-Umweltzeichen zwischen 27 Mitgliedstaaten, der Kommission und den verschiedenen Stakeholdergruppen, deren Beteiligung eine hohe Qualität des Zeichens sicherstellen, optimal zu gestalten und weiterzuentwickeln? Wie lassen sich Synergien mit (supra)nationalen Umweltzeichen finden? Wie erhält das EU-Umweltzeichen eine prominente Rolle in einer EU-Politik für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster? Welche modernen Kommunikations- und Vermarktungsstrategien sind geeignet, um das Zeichen für Konsumentinnen und Konsumenten zu einer attraktiven Marke zu entwickeln? Das bereits terminierte Treffen im Rahmen der portugiesischen Präsidentschaft vom 1. bis 2. November 2007 bietet Gelegenheit, diese Fragen zu diskutieren.

Die Präsentationen und die Zusammenfassung der Veranstaltung finden Sie unter: http://www.dialogprozess-konsum.de/eu-ecolabel

 


 

EU-Präsidentschaftsmeeting Integrierte Produktpolitik
An das EU-Präsidentschaftstreffen zum EU-Umweltzeichen (s.o.) schloss sich unmittelbar ein Zusammenkommen des informellen „IPP-Netzwerkes“ am 1. Juni 2007 an. Neben den von der Europäischen Kommission halbjährlich organisierten Treffen zur Integrierten Produktpolitik (IPP) lädt seit mehreren Jahren auch die jeweilige EU-Ratspräsidentschaft das informelle „IPP-Netzwerk“ zu einem Austausch über Erfolge, Herausforderungen und Aktivitäten zur Integrierten Produktpolitik ein. Im Zentrum des jüngsten Treffens standen Strategien zur Förderung eines nachhaltigen Konsums und IPP-Initiativen der Unternehmen. Daher war es besonders erfreulich, dass auch eine Reihe von Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaftsverbänden und von Unternehmen aus Deutschland der Einladung des BMU gefolgt sind. Die Veranstaltung bot Gelegenheit, einige der in Deutschland erfolgreich eingeführten Ansätze vorzustellen und zu diskutieren. Die Palette reichte dabei vom Blauen Engel über umweltfreundliche Beschaffung und die von BMU und UBA geförderte „Initiative Nachhaltig handeln“ bis zu innovativen Kunststoffen ohne bedenkliche Flammschutzmittel der Bayer AG, Praxisbeispielen der umweltgerechten Produktoptimierung von Medizinprodukten der Siemens AG und Angeboten nachhaltiger Textilien bei der Otto GmbH & Co KG.

Der Vortrag eines Vertreters der Europäischen Kommission bestätigte den bereits in der Ausgabe Februar 2007 dieses Newsletters vorgestellten Fahrplan für die Entwicklung des EU-Aktionsplanes zur Förderung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster (SCP-Aktionsplan) und konkretisierte ihn weiter. Ein Ansatzpunkt der bisherigen Vorstellungen der EU-Kommission ist dabei eine generelle umweltbezogene Rahmenrichtlinie für Produkte – im Sinne der Erweiterung oder Übertragung des Ansatzes der Ökodesign-Richtlinie auch auf nicht-energiebetriebene Produkte. Weitere Schwerpunkte sind die Ausweitung der Aktivitäten zur umweltfreundlichen Beschaffung von der öffentlichen Beschaffung auch auf private Großverbraucher, umweltbezogene Ziele im Sinne des Umwelttechnik- Aktionsprogramms (Environmental Technologies Action Plan – ETAP), die Stärkung des Umweltmanagementsystems EMAS und von Umweltzeichen und Kommunikationsinitiativen. Die Diskussion zeigte, dass es bei der Entwicklung produktpolitischer Strategien darauf ankommt, das Verhältnis von Ökodesign-Richtlinie, dem Top-Runner-Prinzip und Umweltzeichen klar zu definieren.

Die Präsentationen und die Zusammenfassung der Veranstaltung finden Sie unter: http://www.dialogprozess-konsum.de/ipp-meeting

 


 

Neues Wasch- und Reinigungsmittelgesetz: bessere Information und mehr Umweltschutz
Bessere Information für die Bürgerinnen und Bürger sowie mehr Umweltschutz – das bringt das neue Wasch- und Reinigungsmittelgesetz (WRMG), das am 5. Mai 2007 in Kraft getreten ist. Allein private Haushalte in Deutschland verbrauchten im Jahr 2006 rund 1,3 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel. Diese große Menge belastet die Gewässer. Zudem können bestimmte Inhaltsstoffe einiger Wasch- und Reinigungsmittel bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen. Selbstverpflichtungen und innovative Produkte der Wirtschaft führten in den vergangenen Jahren zu spürbaren Fortschritten. Das neue Gesetz – in Verbindung mit der EU-Detergenzienverordnung – bringt für den Umwelt- und Verbraucherschutz wichtige Verbesserungen: So kommt der Umwelt zu Gute, dass – von wenigen Ausnahmen abgesehen – die in Wasch- und Reinigungsmitteln enthaltenen, umweltbelastenden waschaktiven Tenside vollständig biologisch abbaubar sein müssen. Der Verbraucherschutz erhöht sich, da eine bessere Deklaration der Inhaltsstoffe dieser Mittel vorgeschrieben ist. So sind auf der Verpackung Konservierungsmittel – unabhängig von ihrer Konzentration – aufzuführen; Duftstoffe, die Allergien fördern oder auslösen können, sind ab einer Konzentration von 0,01 Prozent im Produkt namentlich zu kennzeichnen. Die konkreten Informationen über alle Inhaltsstoffe der für den privaten Bereich bestimmten Wasch- und Reinigungsmittel müssen die Hersteller zudem im Internet veröffentlichen. Die Internetadresse ist auf der Verpackung des Produktes zu finden. Dafür müssen die Hersteller der Wasch- und Reinigungsmittel nicht mehr die Rezeptur ihrer Mittel beim UBA registrieren lassen. Das bedeutet den endgültigen Abschied von der mehrstelligen, so genannten „UBA-Nummer“ auf der Verpackung. Sie belegte, dass die Rezeptur des Mittels beim UBA hinterlegt ist.

Weitere Informationen zum neuen Wasch- und Reinigungsmittelgesetz finden Sie auf der Internetseite des Umweltbundesamtes unter:

http://www.umweltbundesamt.de/chemikalien/waschmittel/index.htm

Fragen zu dieser Thematik beantwortet das Umweltbundesamt unter der E-Mail This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

 


 

Eine innovative und umweltfreundliche Alternative: Automobilklimaanlagen mit CO2
Das Umweltbundesamt appelliert an Automobilhersteller, rasch auf Kohlendioxid als Kältemittel umzustellen. Ab 1. Januar 2011 müssen die Klimaanlagen neuer Pkw-Typen mit einem Kältemittel befüllt sein, das nur noch in geringem Umfang zum Treibhauseffekt beiträgt. So schreibt es eine europäische Richtlinie über Automobil-Klimaanlagen vor. Doch schon heute steht für Klimaanlagen in Autos eine klimafreundliche Alternative bereit: Kohlendioxid (CO2) – als Kältemittel auch R 744 genannt. Es ist weniger schädlich für das Klima als die bisher eingesetzten Stoffe, serienreif entwickelt, weltweit verfügbar und Teil innovativer Anlagentechnik. „Die deutsche Automobilindustrie hat jetzt die Chance, mit einer Entscheidung für die CO2-Technik die Initiative für mehr Klimaschutz bei Autos zu ergreifen. An keiner anderen Stelle des Autos ist es so kostengünstig, die Klimawirkungen zu mindern“, sagte Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des UBA. Die Alternative zu CO2 wären verschiedene neue künstliche Gemische organischer Fluorverbindungen. Doch diese sind bisher wenig untersucht.

Weitere Informationen unter: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2007/pd07-027.htm

Informationen zu fluorierten Treibhausgasen und zur Verordnung (EG) Nr. 842/2006 über bestimmte fluorierte Treibhausgase (F-Gas-Verordnung) finden Sie unter: http://www.umweltbundesamt.de/produkte/fckw/index.htm/